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"Synagoge in Vöhl"
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"Synagoge in Vöhl" e.V.
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Faist Isaak Salberg                          Stammbaum Familie Salberg
(auch Ferdinand genannt)

geb. 1822 in Eimelrod
gest. 14.9.1870 in Elberfeld

Eltern:
Handelsmann Isaac Salomon Salberg aus Eimelrod (1790 in Padberg- 27.7.1856 in Eimelrod)
Rosa, geb. Landecker (April 1800- 15.5.1871 in Korbach)

Geschwister:
insgesamt 11 [1]

Ehegatte:
Caroline, geb. Stern, aus Hannover,
Heirat:
am 18.10 1845 in Eimelrod

Kinder: [2]
Max (geb. vor 1850)
Emma (geb. 1850)
Louis (geb. 1853)
Ida (geb. 1854)
Siegmund (geb. 1857)
Julchen (geb. 1858)
Meta
Gustav
Sally
Olga
Marta

Wohnung:
evtl. das Haus, in dem dann Levi und Ferdinand Kaiser und schließlich die Flecks wohnten bzw. wohnen [3]

Beruf:
Kaufmann und Bankier


1843
Vater Isaak Salomon Salberg überträgt Teile seines Geschäftes auf seinen Sohn Faist. [4]

1845
Faist Isaak Salberg wird Ortsbürger in Eimelrod, verlegt sein Geschäft aber nach Vöhl.

1846
Er wird am 5. Februar 1846 als Ortsbürger Vöhls rezepiert; in der Ortsbürgerliste 1823 (in jenem Jahr wurde die Liste begonnen) ist als Beruf Kaufmann angegeben, und es ist notiert: "ausgewandert". [5]
Er verkauft am 4. März 1846 67,7 Ruthen Acker in der Gemarkung Marienhagen an Karl Wille von dort; Preis: 200 Gulden.

1847
Er zahlt für seinen Bruder Salomon 14 Gulden 30 Kreuzer zur Ablösung eines Grundzinses auf dessen Grundstück an die ev. Kirche. [6]
Am 29. August lässt er sich einen Heimatschein für Reisen nach Darmstadt, Frankfurt, Mainz und Köln für 3 Wochen ausstellen.

1848
Er ist eines von 21 Mitgliedern der Vöhler und von 34 Mitgliedern der Religionsgemeinde insgesamt. Sein Steuerkapital ist mit 125 Gulden angegeben.
Salberg teilt im "Anzeige-Blatt für den Regierungsbezirk Biedenkopf" vom Samstag, dem 7. October mit, dass er seinen Schwager A. Stern an seinem Geschäft beteiligt hat. Das Geschäft werde sich sehr vergrößern, weil sie nun nicht nur die Frankfurter, sondern auch die Leipziger und andere Messen besuchen können.

1849
Salberg wird bei der Wahl für den Vorstand der jüdischen Gemeinde von der Regierungscommission in Biedenkopf zu einem der beiden Wahlmänner ernannt. Er spricht sich für den von Isaak Rothschild vorgeschlagenen Salomon Kugelmann aus.

1850
Im März gibt Salomon Kugelmann freiwillig 2 Schränke als Pfand für eine Schuld bei Heinrich Fürstel von Arolsen. Faist Salberg bürgt für ihn.

1851
Von Oktober 1851 bis 1852 hat er einen Hund angemeldet.
Am 31. Mai fordert die Großherzogliche Regierungskommission des Regierungsbezirks Biedenkopf den Vöhler Bürgermeister auf, vier geeignete Personen aus der höchstbesteuerten Hälfte der Vöhler Juden zu benennen, von denen dann wieder die Regierungskommission zwei auswählt, die zusammen mit den verbleibenden Vorstandsmitgliedern die Ergänzungswahl zum Vorstand vornehmen. Der Bürgermeister schlägt Feist Saalberg, Isaac Rothschild, Moses Schaumburg und Abraham Kaiser vor.
Feist Salberg ist einer der Wahlmänner bei der Ergänzungswahl für Selig Stern. Er wird als dessen Nachfolger gewählt.

1853-1855
Er ist Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde.

1853
Im Verzeichnis der in diesem Jahr verhängten Strafen ist auch F. Salberg in seiner Eigenschaft als "Israelischer Vorstand" verzeichnet. Aus nicht bekannten Gründen erhält er zwei Disziplinarstrafen von 30 Kreuzern und 1 Gulden 30 Kreuzern.

1854
Im namentlichen Verzeichnis sämmtlicher Gewerbesteuerpflichtigen für das Jahr1854 ist für ihn notiert: Gewerbe: Ellenwarenhändler im Ausschnitt, Frucht-, Branntwein-, Woll-, Band- und Eisenhändler, Spinnereikrämer, Bier- und Branntweinzäpfer

1854-1855
F.I. Salberg unterschreibt 1854 und 1855 jeweils als erster eines dreiköpfigen Gemeindevorstands den "Voranschlag über Einnahmen und Ausgaben der israelitischen Religionsgemeinde"; ab 1856 unterschreibt er nicht mehr.

1855
Bis 1856 hat er einen Hund angemeldet.

1856
"In der ... Nacht vom 2ten auf den 3ten d.M. (April) wurde durch den Ortspolizeidiener und die beiden Nachtwächter ... ein Fremder Mensch, welcher sich schon längere Zeit ohne Reiselegitimation hier umtrieb, und ein Vertägtiger Mensch zu sein Scheint, Aretirt und in das Ortsgefängniß Abgeliefert ....". Aufgrund dieser Information des Bürgermeisters Löwenstein an das Kreisamt wurde dann der Ortspolizist angewiesen, diese Person dem Feist Salberg vorzuführen. Salberg kannte den Mann "als einen der öffentlichen Sicherheit nicht gefährlichen, jedoch zwar dem Trunk ... ergebenen Mensch." Polizeidiener Rupp hat ihn dann auch am 3. April wieder entlassen.

1859
Er lebt mit seiner Familie bis 1859 in Vöhl und zieht dann nach Korbach, wo er die Häuser Unterstraße 5 und (1864) Klosterstraße 1 kauft. Im Gebäude in der Unterstraße befand sich bis 1895 die Synagoge; ab 1879 war dort auch der Gottesdienstraum der katholischen Kirche.

1860
Salberg erwirbt das Klostergut Glindfeld bei Medebach, das bis 1890 im Familienbesitz bleibt.

1862
Er ist Mitbesitzer der am 1.5.1862 gegründeten Firma Salberg & Co.

1877
In der Steuerliste der Vöhler Juden ist für ihn festgehalten:
Normalsteuer 10 Pfennig, Beitrag für 6 "Ziele" 90 Pfennig. [7]


Dienstboten laut Gesinde-Register:
10. Okt. 1853- Lazarus Stern aus Ober Marsberg als "Vormund Schwager"
29.11.1853- ? Aron Stern von Obermarsberg aus Preußen als Gehülfe im Laden und Geschäft
17.12.1853-1854 ("abgegangen") Moritz Saalberg von Girschhagen als Ladendiener
20.12.1853-(abgegangen) Johannes Wilhelm Bäcker von Eimelroth als Knecht
10. Sept. 1854- 14 Sept. 1854: Jettchen Rosenbaum von Altena Preußisch als Vormund
9.1.1855 -12.11.1855 Christiane Schluckebier aus Sachsenhausen als Kindermacht (!)
30.1.1855-? Friedrich Müller von Buchenberg als "Knächt" (!)
25.4.1856 -8.8.1856 Samuel Siegfried Mombart aus Cassel als Ladendiener


[1] Bruder Salomon (1817- nach 1854) wohnte zeitweise in Vöhl
Abraham, der jüngste Bruder, war der Vater des Dr. Wilhelm Salberg (1870- 1935)
[2] Faist Isaak Salberg lebte mit seiner Frau und seinen Kindern bis 1859 (evtl. auch nur bis 1857) in Vöhl, dann in Korbach.
[3] Aus den bisher gesehenen Unterlagen lässt sich nicht beweisen, wo die Salbergs wohnten. Anhaltspunkt für die o.g. Wohnung ist ein Namensvereichnis, in dem er zwischen Personen genannt wird, die - wenn er dort wohnte - seine Nachbarn waren.
[4] Quelle: Anzeigeblatt für den Kreis Biedenkopf u. Bezirk Vöhl, No 6, Samstag, 11. Februar 1843
[5] Diese Notiz ist wohl später ergänzt worden
[6] Der Vorname in der Urkunde ist unleserlich, die Wörter "Kaufmann" und "Salberg" eindeutig zu identifizieren, deshalb bestehen kaum Zweifel an der Identität.
[7] d. h., er hat diesen Betrag alle 2 Monate zu zahlen. Dieser Betrag ist recht niedrig, doch führt er seine Hauptgeschäfte inzwischen an anderen Orten.
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