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"Synagoge in Vöhl"
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"Synagoge in Vöhl" e.V.

Klangvielfalt im Schlossgarten

 

Klangvielfalt im Schlossgarten

Beliebter A-capella-Chor Aquabella gibt erstes Konzert im Freien

 
Farbenfroh und abwechslungsreich war das Konzert von Aquabella im Schlossgarten in Vöhl, das der Förderkreis Synagoge organisiert hatte. Foto: Stefanie Rösner

Vöhl – Starke Stimmen, fremde Melodien und bekannte Klänge, bunte Kleider und dezente Choreografien: Dieses musikalische Erlebnis mit der A-capella-Gruppe Aquabella aus Berlin haben die Konzertbesucher sichtlich genossen.

In Vöhl sind die Sängerinnen schon seit mehreren Auftritten in der ehemaligen Synagoge bekannt, doch unter freiem Himmel hatten sie hier noch nicht gesungen. So war das Konzert im Schlossgarten nicht nur vom Programm, sondern auch vom Ambiente her eine Premiere.

Für die meisten der rund 170 Besucher wird es wohl das erste richtige Konzert seit langem gewesen sein. Und für die Musikerinnen selbst war es der erste Auftritt in diesem Jahr vor Publikum: „Es fühlt sich gut an, dass wieder Menschen da sind.“

Und so stimmte das Ensemble mit einem ausdrucksstarken, vielstimmigen „Adiemus“ auf das ein, was in den nächsten gut zwei Stunden zu erwarten war: Lieder aus Ländern, die es nicht mehr gibt, deren Sprachen bedroht sind, von Menschen, die heimatlos geworden sind und sogar Lieder in Fantasiesprachen. „Heimat-Lose-Lieder“ ist ein anspruchsvolles Programm, das diverse Geschichten und Gefühle vermittelt, indem die Künstlerinnen sich der besonderen Interpretation mit Stimme, Mimik und Körpersprache vollends hingeben.

So profitieren die Sängerinnen von ihren Reisen, zum Beispiel nach Taiwan, von wo sie ein Klatsch- und Spiellied für Kinder der Bunun mitgebracht haben – einer indigenen Volksgruppe. Mit dem bekannten Stück „Aisha“ in französisch-arabischer Version zauberte die Gruppe ein Lächeln auf die Gesichter der Besucher. Jubel und Applaus gab es auch für ein ostfinnisches Lied, mit markanter Betonung der Silben, dessen folkloristischer Charakter und Rhythmus tänzerisch untermalt wurden.

Dann wurde es auch mal melancholisch und sentimental mit Beiträgen aus Südafrika, Bulgarien und Slowenien und vor allem bei dem englischen „Fragile“ von Sting, das schon verstorbenen Ensemble-Mitgliedern gewidmet ist.

Lebensfreude war spürbar beim spanischen „Con el Vito“, das noch mal den enormen Tonumfang der fünf Sängerinnen herausstellte, die auch alle mal abwechselnd als Solistinnen auftraten. So etwa Anett Levander, die in Ostdeutschland aufwuchs und aus ihrem alten Heimatland ein Stück von Nina Hagen amüsant darbrachte: „Ich hab den Farbfilm vergessen, mein Michael.“

Zur Besetzung zählten auch Bettina Stäbert, Erika Spalke, Elisabeth Sutterlüty und Nadja Dehn. Nach Liedern in ukrainischer und hebräischer Sprache folgten noch Zugaben. Nichts Gewöhnliches natürlich. Sondern zum Beispiel das Vaterunser auf Kisuaheli.

Karl-Heinz Stadtler vom Veranstalter, dem Förderkreis Synagoge Vöhl, freute sich über die Möglichkeit, im Freien mehr Besucher empfangen zu können, sagte er gegenüber der WLZ. Allerdings sei ein Konzert unter freiem Himmel mit deutlich mehr Aufwand, vor allem für die Technik, verbunden.

Weltmusik im Schlossgarten

 

Weltmusik im Schlossgarten

Open-Air-Konzert mit der Gruppe Aquabella in Vöhl

„Heimat-Lose-Lieder“: Die Konzertsaison der Vöhler Synagoge startet am 20. Juni mit einem Open-Air-Konzert im Vöhler Schlossgarten. Das a-capella Weltmusikensemble Aquabella ist zu Gast. Foto: Ulrich Szewzyk/pr

Vöhl – Die Konzertsaison der Vöhler Synagoge startet am Sonntag, 20. Juni, 16 Uhr mit einem Open-Air-Konzert im Vöhler Schlossgarten. Das a-capella Weltmusikensemble Aquabella aus Berlin beschäftigt sich in seinem neuen Programm „Heimat-Lose-Lieder“ mit Sprachen, die drohen, in Vergessenheit zu geraten, mit Liedern aus Ländern, die es so nicht mehr gibt, mit Liedern von Menschen, die heimatlos geworden sind oder sich heimatlos fühlen und auch mit Liedern, die scheinbar überall zu Hause sind.

Sie besingen die Hoffnungen und Sehnsüchte der Menschen. So interpretieren die Sängerinnen von Aquabella unter anderem das durch Ofra Haza berühmt gewordene Lied „Im nin alu“; ein im 17.Jahrhundert entstandenes hebräisches Gedicht, welches von den verbliebenen jemenitischen Juden bis heute als hoffnungsvolles Lied auf Hochzeiten gesungen wird. Sie lassen ihre Zuhörer teilhaben an der Welt der Roma, die überall und nirgends auf der Welt zu Hause sind oder sie bringen Lieder zu Gehör, die weltweit unterwegs sind, wie das durch die Fußballweltmeisterschaft 2010 einmal um den Globus gewanderte Lied „Helele“.

2018 waren sie forschend in Taiwan unterwegs, unterrichteten den „Vox Nativa“, einen Chor des indigenen Bunun-Volkes, und haben folgerichtig auch zwei wunderbare Lieder von dort mitgebracht, die im neuen Programm zu hören sind.

Das Ensemble stellt sich auch dem eigenen Heimatgefühl und das in gewohnt ironischer Art und Weise. So wird der über die Landesgrenzen der DDR hinaus bekannt gewordene Hit „Farbfilm“ von Nina Hagen ein Teil ihrer Spurensuche.

Eintrittskarten für das Konzert gibt es unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und telefonisch unter Tel.: 05635-1022 zum Preis von 18 Euro. Auf den Wegen bis zu den Sitzplätzen besteht Maskenpflicht. An der Kasse sind Kontaktdaten zu hinterlegen. Bei schlechtem Wetter wird das Konzert in der Vöhler Henkelhalle stattfinden. In diesem Fall muss – je nach Infektionslage – ein negativer Coronatest, ein Impf- oder Genesungsnachweis vorgelegt werden.  red

Gemeinsam wirken für eine bessere Welt

 

Gemeinsam wirken für eine bessere Welt

Synagoge in Vöhl setzt Reihe der jüdisch-christlichen Dialoge fort

 
Videokonferenz: Pfarrer i.R. Heinz Daume aus Hanau beim jüdisch-christlichen Dialog. Screenshot: Armin Hennig

Vöhl – Auch die zweite Veranstaltung der jüdisch-christlichen Dialoge in der Vöhler Synagoge ging als Videokonferenz mit rund 40 Teilnehmern über die Bühne. Unter dem Titel „Shawout Beziehungsweise Pfingsten“ deckten Pfarrer i.R.Heinz Daume aus Hanau und Rabbiner Jehoshua Ahrens aus Darmstadt zahlreiche Parallelen zwischen zentralen Ereignissen der Heilsgeschichte und der Angebote Gottes an die Menschheit auf.

Zur Begrüßung verwies der Vorsitzende des Förderkreises Synagoge in Vöhl, Karl-Heinz Stadtler, auf die ideelle und räumliche Nähe zwischen Christentum und Judentum in Vöhl. Er erteilte aus aktuellem Anlass eine klare Absage an jegliche Form des Antisemitismus, formulierte aber auch Kritik an der Nutzung der Bibel als Grundlage für territoriale Forderungen, Vertreibung oder die Entrechtung von Menschen.

Mehr Frieden in einer besseren Welt war auch das Ergebnis der Spurensuche nach den Grundlagen des Pfingstfestes und oft übersehene Gemeinsamkeiten. Heinz Daume begann mit einer Erinnerung an die eigene Kindheit und der Frage, ob es den Heiligen Geist schon vor Pfingsten gegeben hätte. Eine erste Antwort fand sich schon in der Schöpfungsgeschichte, aber auch ein relativ langes Schweigen. Im Verlauf seines Studiums eröffneten sich dann andere Perspektiven.

Im Gegensatz zum weitverbreiteten Glauben, dass Gott nach der Ausgießung des Heiligen Geistes mit seinem Volk abgeschlossen habe, wurden die jüdischen Traditionen als Grundlagen des Pfingstwunders offenbar. Dabei knüpft das christliche Ereignis nicht nur beim Datum an den jüdischen Feiertag Shawout an, der viele Pilger aus allen Länder nach Jerusalem brachte.

Hintergrund für das 50 Tage nach Pessach gefeierte „Wochenfest“ war ein ganz zentrales Ereignis: die Übergabe der Torah auf dem Sinai (2. Mose, 19).

Dabei weist die Beschreibung der Gotteserfahrung Mose’ durch den jüdisch-hellenistischen Philosophen Philon von Alexandria auffällige Parallelen zum Pfingstwunder auf, gerade bei den visuellen Aspekten wie der Sichtbarkeit der Stimme Gottes, die zur Allgemeinverständlichkeit der Botschaft beigetragen habe. Mit der Einbettung in die jüdischen Tradition sei der Heilige Geist kein Exklusivbesitz der Christen, sondern die Pfingsterfahrung eher eine Erneuerung des Bundes von Gott mit der Menschheit.

Auf seinem Weg durch die Überlieferung zeigte Jehoshua Ahrens schon in der Ära vor Abraham einen ersten Bund Gottes mit der gesamten Menschheit auf. Denn zur Verheißung, nie mehr eine Sintflut zu schicken, gab Gott den Nachfahren Noahs sieben Gebote, die sich inhaltlich weitest gehend mit dem auf dem Berg Sinai verkündeten Dekalog decken.

Vor der Rückkehr ins Gelobte Land habe Gott mit dem Volk Israel einen besonderen Bund geschlossen, die Juden für eine Vorbildfunktion zum Wirken unter der Menschheit auserwählt, aber keine Privilegien im Sinne von Machtbefugnissen erteilt, so der Darmstädter Rabbiner. „Gott will den Pluralismus und dass es unterschiedliche Wege zu ihm gibt“, deutete Ahrens im Sinne der drei großen monotheistischen Religionen die Tradition gegen einen exklusiven Heilsweg.

Die Schere zwischen Anspruch und Wirklichkeit bei dem Wirken für eine bessere Welt sei mit den Jahren nicht geringer geworden. „Wir müssen das Wirkungsproblem gemeinsam lösen, damit wir richtige Antworten für alle anbieten können“, betonte Ahrens.


Schawuot und Pfingsten in Beziehung gesetzt

Schawuot und Pfingsten in Beziehung gesetzt

Förderkreis Synagoge und Kirche laden ein

Geplant haben die Veranstaltung unter anderem Karl-Heinz Stadtler (links) vom Föderkreis Synagoge und der Vöhler Pfarrer Jan Friedrich Eisenberg Foto: Silas Klöcker

Vöhl – „Beziehungsweise: jüdisch und christlich – näher als du denkst“ – Im Rahmen dieser bundesweiten ökumenischen Kampagne lädt der Förderkreis Synagoge Vöhl zusammen mit der Kirchengemeinde zu einer Veranstaltung am Donnerstag, 27. Mai, ab 19 Uhr ein.

Nachdem Anfang April in der Auftaktveranstaltung die Feste Pessach und Ostern in einem Dialog thematisiert wurden, werden nun Pfingsten und Schawuot, das jüdische Erntedankfest, in Beziehung gesetzt. Ein interreligiöses Gespräch führen dieses Mal Pfarrer i.R. Heinz Daume und Rabbiner Jehoshua Ahrens. Während Daume evangelischer Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Hanau ist, engagiert sich Ahrens als Beauftragter für Interreligiösen Dialog des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen.

„Wir freuen uns auf diese beiden qualifizierten Gäste. Die Veranstaltung wird mit Sicherheit sehr interessant“, verspricht Karl-Heinz Stadtler, der als Vorsitzender des Förderkreises Interessierte herzlich einlädt.

Ursprünglich war ein Treffen in der Synagoge geplant, aufgrund der hohen Infektionszahlen musste der Dialog nun jedoch in den digitalen Raum verschoben werden. Um Interessierten weitere Einblicke in das geschichtsträchtige Vöhler Gebäude zu ermöglichen, hat Pfarrer Jan Friedrich Eisenberg einen Film erstellt, der zu Beginn der Veranstaltung abgespielt wird.

Hinweis zur Teilnahme: Das Einwählen ist online über die Plattform Zoom (zoom.us/join) möglich. Die notwendige Meeting-ID lautet 864 3506 9992, der Kenncode ist 259101. sk

Vorsicht beim Urheberrecht

 

Vorsicht beim Urheberrecht

Bei einem Verstoß kann es gerade für Vereine teuer werden

 

Vöhl – Ob Fotos oder Musik, vieles ist urheberrechtlich geschützt – eine unerlaubte Nutzung führt zu Strafen, die gerade Vereine finanziell stark belasten können. So erging es auch dem Förderkreis Synagoge Vöhl.

Ein Mitglied setzte im August vergangenen Jahres eine Ortskarte auf die Internetseite des Vereins, ohne auf das Urheberrecht zu achten. Wenige Wochen später erhielt der Vorstand eine Nachricht einer Anwaltskanzlei. Euro-Cities, Betreiber eines Stadtplandienstes aus Berlin, klagte wegen des Verstoßes. „Das war für uns ärgerlich, zumal die Karte nur provisorisch auf der Homepage stand“, sagt der Vorsitzende Karl-Heinz Stadtler. Einen Schadensersatz über einen vierstelligen Betrag musste der Vöhler Verein daraufhin bezahlen und in der Folge auch eine Unterlassungserklärung unterzeichnen. Der Vorsitzende zeigt sich einsichtig: „Wir hätten die Karte nicht nutzen dürfen, daher akzeptieren wir eine Strafe.“ Allerdings sei diese zu hoch bemessen und es mache den Anschein, als sei dies eine Art Geschäftsmodell.

Das bestätigte ihnen ein Jurist. „Es ist bekannt, dass es Anwaltskanzleien gibt, denen nicht das Urheberrecht, sondern das Geldverdienen durch Auffinden von Verstößen wichtig ist“, sagt er. Aus diesem Grund habe der Gesetzgeber gehandelt und Veränderungen vorgenommen. „Leider betrifft dies nur ,natürliche Personen’“, teilt er mit, „der Gesetzeswortlaut ist hierbei eindeutig, obwohl ein gemeinnütziger Verein genauso schutzwürdig sein sollte.“ Durch dieses Gesetz wird die Strafe auf maximal 1000 Euro begrenzt. Stadtler betont: „Von uns hat man mehr als das Doppelte verlangt.“ Aufgrund der Höhe konnte Euro-Cities zudem mit den Forderungen ans Landgericht gehen. Dort herrsche Anwalts-zwang, was die Kosten hochgetrieben habe. „Der Druck wegen eines bereits anberaumten Gerichtsverfahrens war groß.“ Der Förderkreis fordert deshalb Schutz auch für Vereine und machte dies in einem Brief an das Justizministerium deutlich.

Mit Blick ins Internet zeigt sich, dass es kein Einzelfall ist. Rechtsanwälte berichten kritisch von zahlreichen solcher Fälle. Euro-Cities betonte in einer Stellungnahme, dass es Preislisten gebe, die jeder einsehen könne. Geschäftsführer Dr. Hans Biermann erklärte außerdem: „Die Bestrafung resultiert aus der Lizenzanalogie. Das heißt, dass ein Verletzer nicht bessergestellt sein darf als jemand, der eine Lizenz legal erwirbt.“

Pessach und Ostern in Bezug


Pessach und Ostern in Bezug

Jüdisch-christliche Kampagne: Erste Veranstaltung online



Im digitalen Raum: Die erste Veranstaltung der jüdisch-christlichen Kampagne fand online statt. Einer der Organisatoren war der Vöhler Pfarrer Jan Friedrich Eisenberg. Fotos: Silas Klöcker

Christopher Willing, Vorsitzender des Vereins zur Rettung der Synagoge Felsberg, und die Bad Wildunger Pfarrerin Johanna Rau

Das Judentum und den christlichen Glauben in Beziehung setzen – das ist das Ziel einer bundesweiten Kampagne, bei der die Vöhler Kirche und der Förderkreis Synagoge Vöhl noch einen Schritt weitergehen. In Zusammenarbeit wurde eine vierteilige Reihe geplant. Die erste dieser Veranstaltungen hatte das Thema „Pessach beziehungsweise Ostern“.

Ursprünglich sollte ein Dialog in der Martinskirche in Vöhl stattfinden. Aufgrund der hohen Corona-Infektionszahlen war das jedoch nicht möglich, die Veranstaltung wurde in den digitalen Raum verlegt. Dort sprachen Christopher Willing, Vorsitzender des Vereins zur Rettung der Synagoge Felsberg, und die Bad Wildunger Pfarrerin Johanna Rau über die religiösen Feste.

Willing, der katholisch aufgewachsen ist und dann zum Judentum konvertierte, stellte das jüdische Pessach-Fest vor. „Wir feiern die Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten“, erklärte er. Diese Volksgeschichte werde im Familienkreis erzählt. „Man sitzt zusammen, isst miteinander und singt klassische Lieder“, sagte Willing, „so kann sich jeder in die Geschichte hineinversetzen.“

Pessach, das in diesem Jahr vom 27. März bis 4. April stattfand, habe außerdem einige Symbole: Diese werden auf dem sogenannten Sederteller angeordnet. Bitterkräuter wie Meerrettich symbolisieren das bittere Leben der Israeliten, ein Knochen erinnert an das Lamm, das nach dem Auszug geopfert wurde. Auf dem Teller sind auch Erdfrüchte wie Petersilie oder Sellerie zu finden. Diese Früchte der Erde stehen für die harte Sklavenarbeit und werden in Salzwasser getränkt, das die Tränen versinnbildlicht.

Das Charosset ist der einzige süße Bestandteil des Tellers. Eine Mischung aus Früchten und Nüssen steht für den Lehm, aus dem in der ägyptischen Knechtschaft Ziegeln hergestellt werden mussten. Ein gekochtes Ei stellt die Wiedergeburt dar, Matze, ein ungesäuertes Brot, wird auch als Brot der Armut bezeichnet.

Im Gegenzug stellte Sylvia Pfefferle, Kirchenvorstandsmitglied in Vöhl, die Osterbräuche der christlichen Kirche vor. Sie nannte etwa das Osterlicht, aber auch das Ei als Zeichen für „neues Leben“.

Nicht nur das stellt eine Gemeinsamkeit dar, Johanna Rau betonte: „Auch die Christen erzählen eine Geschichte der Befreiung.“ Diese Ursprungsgeschichte sei Grundlage für die christliche Kirche. Johanna Rau machte zudem darauf aufmerksam, dass es einige Motive zwischen den Religionen gebe, die miteinander verknüpft werden könnten. So etwa das Brot, das auch im Christentum für Armut stehe.

„Wir brauchen noch mehr Dialoge, die zum besseren Verständnis zwischen den Religionen beitragen“, betonte der Vöhler Pfarrer Jan Friedrich Eisenberg und bedankte sich bei den beiden Referenten.

Auch Karl-Heinz Stadtler, Vorsitzender des Förderkreises Synagoge Vöhl, war dankbar für die Beiträge und kündigte die zweite Veranstaltung der Reihe an. Diese soll am 27. Mai stattfinden, „dann hoffentlich in der Synagoge“, so Stadtler. sk

Pessach und Ostern im Dialog


Bundesweite Kampagne: Vöhler planen digitale Veranstaltung

Für den 31. März haben die Vöhler Kirchengemeinde und der Förderkreis Synagoge einen Dialog geplant: Das Veranstaltungsplakat präsentieren Pfarrer Jan Friedrich Eisenberg (links) und Karl-Heinz Stadtler (Förderkreis). Foto: Silas Klöcker

Vöhl – Die Kampagne „Beziehungsweise: jüdisch und christlich – näher als du denkst“, ist ein Beitrag zum Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.

Auch die Vöhler Kirchengemeinde beteiligt sich daran und geht mit dem örtlichen Förderkreis Synagoge sogar noch einen Schritt weiter. Gemeinsam wurden zusätzliche Veranstaltungen geplant. Die erste dieser vierteiligen Reihe findet am Mittwoch, 31. März, um 19 Uhr digital statt.

„Wir möchten einen Beitrag gegen Antisemitismus leisten“, betonte der Vorsitzende des Förderkreises Karl-Heinz Stadtler, „es ist wichtig, dass Christen das Judentum verstehen.“ Der Vöhler Pfarrer Jan Friedrich Eisenberg ergänzte: „Es dient auch dazu, dass sich die Menschen der eigenen Religion bewusster werden.“

Die Bad Wildunger Pfarrerin Johanna Rau wird mit Christopher Willing, dem Vorsitzenden des Vereins zur Rettung der Synagoge Felsberg, in einen Dialog treten. Gemeinsam werden sie die Feste Ostern und Pessach in Beziehung setzen. Während Rau eine Expertin im Alten Testament ist, hat Willing beide Religionen kennengelernt. Er wurde katholisch erzogen und konvertierte später zum Judentum. „Das kann ein gelungener Dialog werden“, sagte der Vöhler Pfarrer. Eine Videobotschaft wird Daniel Baird schicken, der in San Diego lebt und ein Nachfahre einer jüdischen Familie aus Vöhl ist. Auch musikalische Beiträge sind geplant.

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen sei es allerdings nicht möglich, so Eisenberg, diese Veranstaltung, wie ursprünglich geplant, in der Vöhler Martinskirche stattfinden zu lassen. Stattdessen wurde diese nun in den digitalen Raum verlegt.

Eine Übertragung wird über die Internetplattform Zoom ermöglicht. Unter der Adresse zoom.us/join werden dafür Meeting-ID (954 2394 2071) und Kenncode (483432) abgefragt. Auch per Telefon können sich Interessierte unter der Nummer 030 5679 5800 einwählen. sk

Landkulturboten für Ferien gesucht


Diens­tag, 02. März 2021, Wal­de­cki­sche Lan­des­zei­tung ©Silas Klöcker

Land­kul­tur­bo­ten für Fe­ri­en ge­sucht

För­der­kreis Syn­ago­ge Vöhl bie­tet be­son­de­ren Job auch die­sen Som­mer an

 
Ein lang­jäh­ri­ges Pro­jekt: Schon ei­ni­ge Land­kul­tur­bo­ten ha­ben an ei­nem You­Tube-Ka­nal des För­der­krei­ses ge­ar­bei­tet. Fo­to: Si­las Klö­cker

Vöhl – Das Land­kul­tur­bo­ten-Pro­jekt des För­der­krei­ses Syn­ago­ge Vöhl fin­det auch im Jahr 2021 statt – der Ver­ein sucht da­her sechs Schü­le­rin­nen und Schü­ler, die be­reit sind, ei­nen Fe­ri­en­job wäh­rend der Som­mer­fe­ri­en zu über­neh­men.

Da­bei er­war­tet die Ju­gend­li­chen ein viel­fäl­ti­ges The­men­feld. Sie ler­nen die Ge­schich­te der Vöh­ler Syn­ago­ge und der ehe­ma­li­gen jü­di­schen Ge­mein­de des Or­tes ken­nen. Mit die­sem Wis­sen sol­len sie un­ter an­de­rem Gäs­te emp­fan­gen und Füh­run­gen lei­ten.

In be­su­cher­frei­en Zei­ten wer­den die Land­kul­tur­bo­ten au­ßer­dem an in­di­vi­du­el­len Pro­jek­ten ar­bei­ten. Je­der der Schü­ler kann sich dann nach sei­nen Wün­schen und Fä­hig­kei­ten ein The­ma aus­su­chen, das in ei­ner Ab­schluss­ver­an­stal­tung der Öf­fent­lich­keit vor­ge­stellt wird.

Die Be­wer­ber soll­ten in der Ge­mein­de Vöhl oder ei­ner Nach­bar­ge­mein­de woh­nen und min­des­tens 15 Jah­re alt sein. Die Land­kul­tur­bo­ten ar­bei­ten in Zwei­er­teams je­weils zwei Wo­chen, von Mon­tag bis Frei­tag, acht Stun­den (8 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr) lang. Sie er­hal­ten für ih­ren Ein­satz ei­ne Ver­gü­tung in Hö­he von 800 Eu­ro.

Für die Be­wer­bung sind ein Le­bens­lauf und ein Be­wer­bungs­schrei­ben nö­tig. In­ter­es­sier­te kön­nen sich bis zum Sams­tag, 3. April, per E-Mail an syn­ago­ge­vo­ehl@​outlook.​de wen­den. An­sprech­part­ner für das Pro­jekt ist der Vor­sit­zen­de des För­der­ver­eins, Karl-Heinz Stadt­ler. Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zu die­sem Pro­jekt sind im In­ter­net un­ter syn­ago­ge-vo­ehl.de zu fin­den. red/sk

 

Kunstausstellung startet am 15. August

Kunstausstellung startet am 15. August

Angelegt: Plattformen für die ausgezeichneten Stelen. Foto: PR
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Ein Highlight wird im Jahr 2021 die Kunstausstellung „Stelenobjekte“ sein. Bis zum 31. Dezember 2020 hatten interessierte Künstler die Möglichkeit, sich für die Teilnahme an diesem Projekt zu bewerben. „Wir sind von den Entwürfen begeistert“, berichtete der Vorsitzende Karl-Heinz Stadtler schon vor dem Einsendeschluss.

Die fertigen Kunstwerke sollen dann zwischen dem 25. Juli und 1. August 2021 abgegeben werden. Bis zum 15. August, am Tag der Ausstellungseröffnung, entscheidet die Jury unter der Leitung von Eva Renée Nele, welche sechs Werke vom Förderkreis erworben werden und somit langfristig in Vöhl bleiben. Die Plattformen für diese Kunstobjekte wurden vom Förderkreis bereits neben dem Hauptgebäude angelegt.

Unabhängig von der Auszeichnung haben Besucher bis zum 31. Oktober die Möglichkeit, alle 30 Stelen auf dem Hof der Synagoge zu betrachten. Ein Projekt-Flyer soll alle Werke vorstellen. sk

 

Konzerte, Vorträge und Andachten

Konzerte, Vorträge und Andachten
 
Erstmals in Vöhl zu Gast: Das iranisch-israelische Ensemble „Sistanagila“ wird im September auftreten und ein Zeichen gegen die Feindschaft ihrer Heimatländer setzen. Foto: Nikolaj Lund/PR
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Verschiedene Musikrichtungen, Shows, Vorträge und Gedenkveranstaltungen - der Förderkreis der Synagoge Vöhl hat ein vielfältiges Programm für das Jahr 2021 auf die Beine gestellt. Doch Änderungen sind vorbehalten.

VON SILAS KLÖCKER

Eine abwechslungsreiche Konzertreihe eröffnet am 21. März die Künstlerin Karolina Petrova mit ihrem Programm „Ich bin keine schwarze Tulpe“ in der Synagoge. Geplant seien gleich zwei Auftritte, berichtete Förderkreis-Mitglied Karin Keller. Damit viele Zuhörer in den Genuss kommen können, wird Petrova um 15 und 18 Uhr auftreten. Hans-Richard Ludewig begleitet sie an Klavier und Akkordeon zu ihren Stücken, die an die französische Künstlerin Barbara erinnern.

Weiterhin hat der Förderkreis nach erfolgreichen Open-Air-Veranstaltungen in 2020 den Entschluss gefasst, auch in diesem Jahr Konzerte in den örtlichen Schlosspark zu verlegen, drei werden es sein. „Das ist eine schöne Location, die bei den Besuchern gut ankam“, sagte die Verantwortliche. Nachdem am 20. Juni zuerst die Gruppe „Aquabella“ Lieder präsentiert, die „scheinbar überall zu Hause sind“, wird nur vier Tage später, am 24. Juli, die Vöhler Musikerin Nadine Fingerhut das Mikrofon in die Hand nehmen. Ihr neues Album „Lasst die Liebe lauter werden“ wird sie unplugged performen. Den Abschluss der Open-Air-Saison bildet am 11. September die Gruppe „Sistanagila“, die erstmals in Vöhl zu Gast ist. Als „iranisch-israelische Musik-Affaire“ treten die Künstler in einen gesanglichen Dialog und setzen ein Zeichen gegen die Feindschaft ihrer Heimatländer.

Das letzte Konzert des Jahres soll dann am 27. November wieder in der Synagoge stattfinden. Das Ensemble „Santiago“ tritt gemeinsam mit Faleh Khaless auf und bringt mit Elementen aus südamerikanischer, jüdischer, arabischer und mediterraner Musik Licht in die dunkle Jahreszeit.

Neben Konzerten sind aber auch Veranstaltungen anderer Art geplant. Am 28. März wird Dr. Lothar Jahn mit seiner Musik-Talkshow „Lothars Liedertreff“ auftreten und sich mit dem „Minnesänger mit dem Judenhut - Süßkind von Trimberg“ befassen. Auf eine musikalische Fotoreise durch Israel lädt am 18. April Karoline-Brigitte Schwegler ein. Einen zweiten Auftritt hat sie am 14. November. Dann wird die Gedenkstätte „Yad Vashem“, die in Jerusalem liegt, thematisiert.

Fünf Tage früher, am 9. November, findet wie alljährlich eine Andacht zur Pogromnacht statt. Um 19:30 Uhr zuerst in der Vöhler Martinskirche, danach ab 20 Uhr in der Synagoge. Auch vom 9. bis 12. Dezember soll an die Opfer des Holocaust gedacht werden. In 2021 ist nämlich der 80. Jahrestag der Deportation von Kassel nach Riga. Im gesamten Landkreis werden deshalb Veranstaltungen stattfinden.

Open Air im Schlossgarten: Die Vöhler Musikerin Nadine Fingerhut wird im Juli ihr neues Album „Lasst die Liebe lauter werden“ performen. Foto: Eva-Maria Schmidt/PR
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Aktion: "Lichter gegen die Dunkelheit"


Aktion: „Lichter gegen die Dunkelheit“
 
 
Blaue Stunde: Am Gedenktag war die alte Synagoge in Vöhl beleuchtet. Foto: Walter Schauderna
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Hennig, Armin

VON ARMIN HENNIG

Vöhl - „Heute ist Holocaust-Gedenktag. Trotz Pandemie tun wir nicht nichts“, erklärt Karl-Heinz Stadtler die Aktivitäten zum internationalen Gedenktag für den Holocaust und die Opfer des Nationalsozialismus am Mittwoch. Der Vorsitzende des Vereins „Alte Synagoge Vöhl“ und seine Mitstreiter vor Ort beteiligten sich dieses Jahr an gleich zwei Aktionen mit hoher Strahlkraft.

Zum Eintritt der Dunkelheit setzten Peter Göbel und Ulrich Müller das Gebäude mit zahlreichen Scheinwerfern in Szene. Mit dieser Installation mit starker Wirkung vor Ort bildet Vöhl einen Lichtpunkt im Rahmen der Aktion #lichtergegendunkelheit. „Zusammen mit mehr als 100 Gedenkorten in Deutschland wollen wir damit an die Opfer der Nazibarbarei, an die vielen Millionen Opfer aus den Reihen der Juden, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, Menschen mit Behinderung, Kommunisten, Sozialdemokraten, Homosexuellen, Widerstandskämpfern aus allen möglichen gesellschaftlichen Gruppen, Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion, Polen, Tschechoslowakei und vielen andern Ländern erinnern“, beschreibt Stadtler den Hintergrund für die Aktion mit großer Wirkung auf die unmittelbare Außenwelt.

Nicht ganz so unmittelbar sichtbar, aber weltweit und nachhaltig wirksam ist Beteiligung am digitalen Flashmob #everynamecounts der Arolsen Archives. Das internationale Zentrum über NS-Verfolgung mit dem weltweit umfassendsten Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus lud am Tag der Befreiung des Vernichtungslagers von Auschwitz zur Mitarbeit an einem digitalen Denkmal ein.

Dabei sollten Daten von KZ-Dokumenten auf einer Website abgetippt und somit digital erfasst werden. „Die Eingabe von Opfernamen und Dokumenten leistet nicht nur Gedenkarbeit, sondern soll auch ein Zeichen gegen Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus setzen. Den Menschen wurde erst der Name genommen, dann das Leben geraubt“, beschreibt Stadtler den Hintergrund für die Arbeit am digitalen Denkmal.

„Wir sind als Partner dabei und möchten den Arolsen Archives helfen“, erklärt Stadtler, der mit seinen Helfern je zwei Stunden Zeit beim Aufbau des Online-Archivs der Arolser spendete. Dort können dann die Lebenswege von Angehörigen und allen Interessierten weltweit online recherchiert werden.

Bei der Vorbereitung zu „Jeder Name zählt“ hat der Synagogenverein auch Kontakt zu den „Synagogue Cousins“ aufgenommen. Die Nachfahren von Vöhler und Waldecker Juden leisteten auch ihren Beitrag zur Aktion und haben sich bei der Arbeit auf dem Facebook-Auftritt der Alten Synagoge gepostet. Die Fotos von Ulrich Müller sind auf dem Internetauftritt und der Facebook-Seite zu sehen.

Gegen das Vergessen: Karl-Heinz Stadtler gibt die Namen von NS-Opfern in den Computer ein. Foto: Armin Hennig
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Hennig, Armin

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