Förderkreis
"Synagoge in Vöhl"
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"Synagoge in Vöhl"

Förderung vom World Monument Fund 2003

Waldeckische Landeszeitung und/oder Frankenberger Zeitung
Donnerstag, 13. Februar 2003 ©Kerstin Diehl

Vöhler Förderkreis erhält 15.000 Euro aus New Yorker World Monuments Fund
Weltweite Anerkennung für Synagoge

VöHL (kdl). Eine erfreuliche Nachricht hat den Förderkreis Synagoge Vöhl erreicht: Der New Yorker World Monuments Fund wird die Innenrenovierung der Synagoge Vöhl mit 15.000 Dollar (rund 15.000 Euro) unterstützen. "Wir sind sehr stolz darauf", sagt Förderkreisvorsitzender Kurt-Willi Julius. Nicht ohne Grund: Die Vöhler Synagoge ist die erste und bislang einzige Synagoge in Deutschland, deren Restaurierung von dem weltweiten Fonds gefördert wird.

Vöhl reiht sich damit ein in die Liste von 42 Synagogen, die von dem Förderprogramm des World Monuments Fund, dem so genannten Jewish Heritage Grant, seit 1989 gefördert werden: Die Ohel Rachel Synagoge in Shanghai, China, die jüdischen Katakomben in Rom und die Tempelsynagoge im polnischen Krakau sind darin aufgefährt.

"This outstandirig example of the rural wooden synagogues of Germany is a rare survivor of Kristallnacht" - die Vöhler Synagoge, erbaut 1827 bis 1829, sei ein außergewähnliches Exemplar ländlicher Holzsynagogen in Deutschland und eine der wenigen Synagogen, die die Kristallnacht überstanden haben, heißt es in der Begründung des Denkmalfonds. Ziel des internationalen, privaten und gemeinnützigen Förderprogramms ist es, weltweit historische, vom Verfall bedrohte Synagogen zu erhalten. Der Aufnahme in den Denkmalfonds ging ein aufwändiges Bewerbungsverfahren voraus, so Förderkreisvorsitzender Kurt-Willi Julius gegenüber WLZ-FZ. Ein 15-seitiger Antrag musste auf Englisch verfasst werden, um in den Genuss der Fördergelder zu kommen. "Vor allem war es schwierig, die Art der Bauschäden in passendes Amerikanisch zu übersetzen", erinnert sich Julius.

Schließlich habe die bisherige Arbeit des Förderkreises das Auswahlgremium überzeugt: die Außenrenovierung der Synagoge, das Konzept für den Innenraum als Museum und Begegnungsstätte, die Tatsache, dass der Förderkreis auch in den Staaten einen gewissen Bekanntheitsgrad habe, dass man ein Benefizkonzert in San Franzisko aufweisen konnte und nicht zuletzt die aufwändig gestaltete Website des Vereins (www.synagoge-voehl.de).


Der Innenraum der Vöhler Synagoge, festgehalten mit einem
Fischaugen-Objektiv von Kurt-Willi Julius. Bislang war für eine
Innenrenovierung nicht genügend Geld da. Doch mit der Unterstützung
des World Monuments Fund nähert sich der Förderkreis Synagoge Vöhl
seinem Ziel. (Foto: Julius)

Die mit zahlreichen Bildern der Synagoge, weiterführenden Links und amerikanischen Zeitungsartikeln über die Arbeit in Vöhl gespickte Homepage werde von vielen Lesern auch von Übersee gelesen, berichtet Julius. An manchen Tagen besuchten bis zu 50, monatlich insgesamt rund 900 Internetnutzer die Vöhler Synagoge im weltweiten Netz und verfolgten die Arbeit des Förderkreises.

Engagement gewürdigt

Für ihr Engagement bei der Aufarbeitung des jüdischen Erbes in Vöhl sind Julius und Karl-Heinz Stadtler vom Vorstand des Förderkreises für den Arthur-Obermayer-Preis nominiert und gewürdigt worden. Den Preis erhält jährlich rund ein halbes Dutzend Ehrenamtliche in Deutschland. Angeregt hatte die Nominierung Carol Davidson Baird, deren Vorfahren - die Familie Frankenthal - aus Vöhl stammen. Zahlreiche Presseartikel der amerikanischen Ahnenforscherin sind auf der Homepage der Synagoge zu finden. Noch immer unsicher sei indes die Finanzierung der geplanten Innenrenovierung, berichtet Julius. Mit Spannung erwarte der Förderkreis eine im März anstehende Entscheidung. Dann soll feststehen, ob der Verein in den Genuss der beantragten Parteimittelspenden des Bundestages komme.

Auch habe der Förderkreis noch kein grünes Licht vom Ministerium, ob sich die von Staatsministerin Ruth Wagner kurz vor der Landtagswahl geäußerte Absichtserklärung bewahrheiten und das Land die Innenrenovierung mit 100.000 Euro in diesem Jahr bezuschussen wird. "Wir setzen große Hoffnung darein", so Julius.

Hintergrund
Monuments Fund

Der World Monuments Fund ist die größte private, gemeinnützige Organisation zur Erhaltung von Denkmälern in Kunst und Architektur weltweit. Seit ihrer Gründung 1965 hat sich die New Yorker Organisation um den Erhalt von rund 400 wichtigen und unersetzbaren Sehenswürdigkeiten in 80 Ländern eingesetzt. Darunter fallen die Hagia Sophia in Istanbul oder der Tempel von Preah Khan in Angkor. (kdl)

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Am Freitag, 14. Februar, lädt der Förderkreis zur Mitgliederversammlung in den Konferenzraum der Henkelhalle ein. Die Versammlung beginnt um 20 Uhr. Der Vorstand wird unter anderem über die kommenden Veranstaltungen und den Stand der Pläne für die Innenrestaurierung der Synagoge berichten.

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