Förderkreis
"Synagoge in Vöhl"
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Link zur Veranstaltungsreihe 2021

Besuch von Elizabeth Foote, Camille Calman sowie David und Geoffrey Baird 2019



Besondere Besucher: Camille Calman und Elizabeth Foote (von links) aus Salt Lake City in den USA, und Daniel und Jeffrey Baird (zweite Reihe von rechts), ebenfalls aus Amerika. Den jüdischen Gottesdienst leiteten Amnon Orbach (vorne Mitte) und Thorsten Schmermund (hinten mit Brille).

Die Nachfahren Vöhler Juden waren zum 20-jährigen Jubiläum zu Gast.
David und Geoffrey Baird, Söhne von Carol Baird (Link), Abkömmlinge der Frankenthals, die bis zu ihrer Deportation 1942 auf dem Schulberg wohnten;
sowie Elizabeth Foote und Camille Calman, deren Vorfahren aus der Familie Rothschild Vöhl bereits
in der Mitte des 19. Jahrhunderts in die USA verließen. Elizabeth Foote ist ein Nachfahre von Rothschild, Adolph und dessen Frau Rothschild, Kathinka. Deren Sohn Rothschild, Edward Otto ist ihr Ur-Grßvater.

Hier der Link zu dem Zeitungsartikel:

20 Jahre Förderkreis

Besuch von Stefen und Carol Baird, geb. Davidsohn, 2016



Carol und Stefen Baird in der alten Synagoge 2016

Carol Baird ist die Enkelin von Ernst Davidsohn (Link), der in Vöhl gelebt hat. Er ist 1940 über England nach USA emegriert.
1945 wurde Carol Joan Davidson geboren. Die Heirat mit Stephen Miller Baird war 1970. Sie  hat zwei Söhne Daniel Davidson Baird (geb. 1972) und Geoffrey Stuart Baird (geb. 1974), die auch Kontakt nach Vöhl haben.

Hier die Links auf zwei Zeitungsartikel aus dem Jahre 2016:

Warnung vor Weg in neue Barbarei 

Carol Braid

Besuch von Michael Dimor und Familie 2011

Waldeckische Landeszeitung und/oder Frankenberger Zeitung
Mittwoch, 14. September 2011, Seite 15

"Der Ort gehört zu unserer Geschichte"
Michael Dimor und seine große Familie aus Israel erkunden die Spuren ihrer jüdischen Vorfahren in Vöhl

Mehr als 80 Jahre nachdem seine Mutter Vöhl verlassen hat, kehrt Michael Dimor mit seiner großen Familie zurück. Zwei Tage lang suchen sie die Spuren ihrer jüdischen Vorfahren - mit Unterstützung von Zeitzeugen und Geschichtsfreunden.

Von Theresa Demski


Gemeinsam mit seiner Tochter und seinen drei Enkelkindern machte
sich Michael Dimor auf dem jüdischen Friedhof in Vöhl auf Spurensuche
- Unterstützung gab es dabei vom ehemaligen Pfarrer Günter Meier.

Fotos: Theresa Demski

Vöhl. Nachdenklich sitzt Michael Dimor in der ersten Stuhlreihe in der Synagoge. Über ihm spannt sich der blaue Sternenhimmel des jüdischen Gotteshauses, die Sonne wirft einige Strahlen durch den gläsernen Davidstern. Später wird Michael Dimor sagen, er sei kein besonders emotionaler Mensch, er betrachte die Dinge sachlich.

In diesem Moment aber steht er auf, tritt vor seine Frau, seine Tochter und die drei Enkelinnen und betet hebräische Zeilen. Sie erinnern an die Opfer des Holocausts, den die Juden "Schoah" nennen. Als seine Stimme bricht, tritt Ehefrau Dalia neben ihn und liest weiter. Es ist eine aufwühlende Begegnung mit ihrer eigenen Familiengeschichte, der sich die Dimors an diesem Tag stellen. Eine Begegnung mit Großvater Moritz Mildenberg, der in Vöhl zu Hause war, seinen Enkel aber nie kennengelernt hat. "Er soll ein lustiger Mann gewesen sein", hat Vöhls Ortsvorsteher Karl-Heinz Stadtler herausgefunden, "auf Feiern hat er für Unterhaltung gesorgt." 1924 verließ er seine Frau, seine Kinder und Vöhl.


Ein berührender Moment in der Synagoge: Hier
las Michael Dimor ein hebräisches Erinnerungsgebet.

Zeitzeugen erzählen

Seine Spuren verfolgt Michael Dimor gestern nach seinem Besuch in der Vöhler Synagoge und auf dem jüdischen Friedhof weiter nach Sachsenhausen. Zeitzeugen warten hier auf den Besuch aus Tel Aviv und erzählen von einer kleinen Sensation. Während die Nazis 1945 bereits alle Juden, die in Hessen geblieben waren, deportiert hatten, blieb einer zurück: Moritz Mildenberg. "Er lebte bei uns bis 1945", erzählen die Sachsenhäuser, "hier versteckte ihn die Familie Grebe." Berührt staunt Michael Dimor über die Wendung der Geschichte. "Er war doch einer von uns", sagen die Menschen in Sachsenhausen. Sie alle waren damals Kinder, Moritz Mildenberg ein alter Mann. Er habe auf den Feldern gearbeitet, Vieh gehandelt und nie den gelben Davidstern getragen. "Er hatte immer einen Strohhalm im Mundwinkel", sagt einer schmunzelnd.

Im kalten Winter 1945 starb der letzte Jude im Ort an einem Herzinfarkt. "Mein Vater hat ihn mit seinem Wagen zur Beerdigung gefahren", sagt einer der Zeitzeugen. Nur einer sei damals mit schwarzem Zylinder und im Frack dem Trauerzug gefolgt: Greben Heinrich, der seinen ehemaligen Nachbarn in seinem Haus versteckt gehalten hatte. "Wir anderen lagen in den Büschen und schauten zu", erzählt ein anderer. "Hatten wir Angst und trauten uns nicht?", fragt er in die Runde. Eine Stunde später steht Michael Dimor zum ersten Mal am Grab seines Großvaters in Sachsenhausen. Seine Spurensuche endet hier nicht. "Ich weiß so wenig über die Lebensgeschichte meiner Mutter", sagt er, "sie hat nie von ihren Jahren in Deutschland erzählt."

Und das reichte am Ende vor allem Tochter Noga nicht mehr. "Ich hatte eine besonders enge Bindung zu meiner Großmutter", sagt sie, "und ich musste einfach diesen Ort sehen, denn er gehört zu unserer Geschichte." Und so haben Michael Dimor und seine Frau Dalia ihrer Tochter zum 50. Geburtstag diese "Reise zu den Wurzeln" geschenkt, wie sie ihren einwöchigen Urlaub in Deutschland nennen. Im Vorhinein haben sie geforscht, das Stadtarchiv in Korbach ebenso angeschrieben wie den Förderkreis der Vöhler Synagoge und Geschichtsforscher Lothar Albrecht in Sachsenhausen.

"Es ist schön, hier zu sein", sagt Noga Friedlender, als sie gestern Abend zurück nach Vöhl kommt. Immer sei da dieses schwarze Loch in ihrer Familiengeschichte gewesen. "Jetzt endlich fällt es sich mit Leben", sagt sie, "das ist sehr aufwühlend."

Bereits 1933 war ihre Großmutter mit ihrem Mann nach Israel geflohen. Vier Jahre später wurde dort Michael Dimor geboren. "Meine Mutter sprach kein Hebräisch, also sprach ich die ersten vier Jahre nur Deutsch, bis ich selbst entscheiden durfte", sagt er beinahe akzentfrei. Inzwischen lebt er in Tel Aviv, spricht Hebräisch besser als Deutsch und ist dort zu Hause. "Aber die Geschichte ist stark in uns", sagt seine Tochter, "und deswegen mussten wir die Lücken füllen. Ohne Wut oder Hass, sondern mit dem Wunsch, die Zukunft im Frieden zu gestalten."

Besuch von Carol Baird 2009

Waldeckische Landeszeitung und/oder Frankenberger Zeitung
Freitag, 21. August 2009

Ein Geschenk mit tieferer Bedeutung
Carol Baird übergibt traditionsreiche Schabbeslampe an den Förderkreis der Vöhler Synagoge

Mit der Schabbeslampe im Rucksack flüchtete ihre Großmutter 1939 aus Vöhl. Genau 70 Jahre später bringt Carol Baird das Erbstück ihrer Familie zurück - jetzt hat es einen Platz in der Vöhler Synagoge

VON THERESA DEMSKI


Während eines "Frankenthal-Tages" in der Vöhler Synagoge
übergab Frankenthal-Erbin Carol Baird die Schabbeslampe an
Karl-Heinz Stadtler vom Förderkreis.
                        Foto: pr

Vöhl. Carol Baird lacht gerne. Über das ganze Gesicht. Ihre Augen beginnen dann zu leuchten, ihre Hände manchmal zu klatschen. "Ich feiere gerne, ich feiere das Leben", sagt die 63-Jährige. Und keine Spur von Zorn oder Bitterkeit liegt in ihren Zügen. "Natürlich werden wir Juden das Unrecht des Naziregimes nie vergessen", sagt die Urenkelin von Bernhard Frankenthal, der 1942 (Anm. des Webmasters: 1934 muss es richtig heißen) in Vöhl starb. "Aber meine Familie und ich haben neu angefangen", erklärt Carol Baird, die gemeinsam mit Ehemann Steven und ihren Kindern in Kalifornien lebt.

Und weil die patente Amerikanerin sicher ist, dass Versöhnung und Veränderung nur von zwei Seiten ausgehen kann, dass jüdischer Glaube eben auch bedeutet, guten Worten gute Taten folgen zu lassen, hat sie zu ihrem Besuch in Vöhl die alte Schabbeslampe ihrer Familie mitgebracht. Im Rucksack ihrer Großmutter hatte die jüdische Lampe 1939 den Ort verlassen. Wie alt sie ist, weiß niemand, denn Urgroßvater Bernhard Frankenthal sammelte unzählige Antiquitäten. Auch welchen finanziellen Wert sie hat, wird noch festzustellen sein. "Aber der emotionale und der historische Wert werden für immer unbeziffert bleiben", betonen Carol Baird und Kurt-Willi Julius vom Förderkreis der Vöhler Synagoge.

Hier hat die Öllampe nun ein neues Zuhause gefunden und will dem Besucher nicht nur aus der jüdischen Geschichte, sondern vor allem von Versöhnung und tiefer Freundschaft erzählen. "Am Sabbath war jede Art von Arbeit verboten", erzählt Carol Baird aus der jüdischen Tradition, "nicht einmal ein Streichholz durfte entzündet werden." Also steckten die Menschen am Freitagabend die Schabbeslampe an. Bis zum Ende des Samstags sorgte die Öllampe für Licht in den jüdischen Stuben. "Aber diese Dauerleihgabe ist vor allem ein Zeichen des tiefen Vertrauens, das zwischen uns gewachsen ist", betont Julius.

Bereits 1960, damals noch als Kind, kam Carol Baird zum ersten Mal mit ihren Eltern nach Vöhl. Während vieler Besuche lernte sie die Geschichte ihrer Familie kennen, 1981 kam sie mit Ehemann Steven und den gemeinsamen Kindern. Es sei ihre Faszination für die Ahnenforschung gewesen und gleichzeitig der Wunsch, den Vöhlern die Hand auszustrecken. Die nahmen gerne an - nicht erst mit der Gründung des Förderkreises und der Eröffnung der Synagoge. "Als ich die Räume in 2000 zum ersten Mal betrat, weinte und zitterte ich", erinnert sich Carol Baird, als sei es gestern gewesen. Bis heute berührt sie der besondere Ort in Vöhl. "Mit meinem Geschenk möchte ich nun meinen Dank für die Hingabe ausdrücken, mit der sich die Menschen in dieser Synagoge Zielen wie Frieden und Völkerverständigung widmen", sagt sie.

Neun Tage nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ist sie zur Welt gekommen, auf den Tag genau 56 Jahre bevor das World-Trade-Center brannte. "Wir müssen auch in heutigen Zeiten Einsatz für die Menschlichkeit zeigen", ist sie deshalb sicher und fordert: "Lasst uns dabei zusammen positive Vorbilder für Juden und Deutsche sein. Nur so können wir sicheren Frieden erreichen, eine Welt reparieren, die einst und immer noch zu oft durch Hass kleinkarierte Nationen- und Stammeskonflikte auseinandergerissen wurde und wird."

Besuch der Familie Auerbach in Frankenau und Vöhl 2007


Familie Auerbach und die Thora in der Kirche Frankenau
©Kurt-Willi Julius

HNA - Frankenberger Allgemeine
Mittwoch, 20. Juni 2007

Große Geste der Versöhnung
Die alte Thorarolle der jüdischen Gemeinde zurück in Frankenau
VON KIRA FRENK

FRANKENAU/VÖHL. Die alte Frankenauer Thorarolle ist am späten Montagabend nach Frankenau zurückgekommen: Feierlich begrüßten die Frankenauer mit Pfarrer Harald Wahl und Bürgermeister Reinhard Kubat die Familie Auerbach aus New York, die das Heilige Buch des Judentums für einige Tage wieder an den Ort zurückbrachte, von dem aus es während des Holocaust in die USA gerettet worden war. Vor der Kirche, an dem Platz, wo einst die Frankenauer Synagoge gestanden hatte, bedankte sich David Auerbach bei den Frankenauern für die Begrüßung und sagte: "Wir haben alle aus dem Holocaust gelernt. Im Judentum geht man in der Erinnerung nach vorne."


In den USA aufbewahrt

Die Thorarolle war ursprünglich aus den USA nach Frankenau gekommen: Der Großvater Suzan Auerbachs, Saul Katzenstein, der 1886 nach Nordamerika ausgewandert war, hatte sie seiner Heimatgemeinde im Jahr 1920 gestiftet. Später wurde die Thorarolle von Juden, die aus Deutschland flüchteten, in einem Möbelstück versteckt wieder in die USA gebracht. Sie wird seitdem im Temple Jesaiah der jüdischen Gemeinde in New York aufbewahrt. Es sei unüblich Thorarollen aus Synagogen zu entfernen, aber die New Yorker Gemeinde habe es möglich gemacht: "Uns hat viel an dieser Versöhnung-Geste gelegen", sagte David Auerbach.

Gemeinsam rollten David und Suzan Auerbach und ihre Tochter Deborah die Thora auf. Viele Neugierige strömten in die Kirche, um das dichtbeschriebene Pergament zu betrachten. Anschließend las der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Amnon Orbach auf Hebräisch aus dem Buch der Zahlen. Zum Abschluss gedachten die Besucher gemeinsam mit Pfarrer Wahl und den Auerbachs der jüdischen Opfer des Zweiten Weltkriegs. Der Posaunenchor Frankenau spielte zu Ehren der Gäste geistliche jüdische Lieder, darunter das feierliche Lied Hava Nagila und Shalom Aleichem, das am Beginn des Schabbat gesungen wird. David und Suzan Auerbach und ihre Tochter Deborah bedankten sich bei den Besuchern: "Frankenau ist eine kleine Stadt mit großen Menschen."

Weiterlesen: Besuch der Familie Auerbach in Frankenau und Vöhl 2007

Besuch ehemaliger jüdischer Bewohner/innen 2000


Sechs ehemalige jüdische Bewohner Vöhls, die Anfang der 30er Jahre
vor den Nazis geflohen waren, besuchten auf
Einladung des Förderkreises "Synagoge in Vöhl" e.V.
vom 6. bis 14. September 2000
gemeinsam mit Familienangehörigen ihre einstige Heimat.


in der Synagoge;
v. l.: Gisela Frees, Marian Mildenberg, Walter Mildenberg, Carol und Stephen Baird,
Ursula und Howard Behrend, Richard Rothschild, Geoffrey Baird,
Sonja und Rudolf Rothschild, Walter und Sigrid Rothschild.
Es fehlt Gerda Rothschild, die sich von einem Autounfall auf ihrer Fahrt
von Frankenberg nach Korbach erholen musste;
07.09.2000 © Walter Schauderna


in der Synagoge;
v. l.: Karl-Heinz Stadtler, Gisela Frees, Marian Mildenberg, Walter Mildenberg,
Carol und Stephen Baird, Ursula und Howard Behrend, Richard Rothschild,
Geoffrey Baird, Sonja und Rudolf Rothschild, Walter und Sigrid Rothschild.
Es fehlt Gerda Rothschild, die sich von einem Autounfall auf ihrer Fahrt
von Frankenberg nach Korbach erholen musste;
07.09.2000 © Walter Schauderna




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