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Kundgebung gegen Rassismus

„Hass durch Toleranz ersetzen“

Hunderte setzen bei Kundgebung in Korbach Zeichen gegen Rassismus

Rund 300 Menschen haben am Donnerstag in Korbach gegen Rassismus und rechten Terror demonstriert.

Korbach – „Null Toleranz gegenüber Rassismus“ stand auf einem der Transparente. Oder: „Heute dreschen sie noch Stammtisch-Parolen, doch morgen haben sie Sprengstoff und scharfe Pistolen“: Rund 300 Menschen waren am Donnerstagnachmittag in die Unterführung am Berndorfer Torplatz gekommen, um sich gegen Rassismus und Ausgrenzung einzusetzen, darunter viele Schülerinnen und Schüler.

Die Kundgebung sollte Gelegenheit bieten, gemeinsam der jüngsten Opfer rassistischer Gewalt in Deutschland zu gedenken: Walter Lübcke, der Opfer der Anschläge von Halle und von Hanau. Ziel war es nach Angaben der Organisatoren, gemeinsam lautstark zu protestieren und zu erklären, dass die große gesellschaftliche Mehrheit Rassismus und Ausgrenzung in jeglicher Form ablehnt.

Matthias van der Minde von der Arbeitsgemeinschaft „Region gegen Rassismus“ des Landkreises Waldeck-Frankenberg begrüßte die Teilnehmer der Kundgebung. Mit der Mahnung „Nie wieder!“ sei er in den 1980er Jahren aufgewachsen. Richard von Weizsäcker sei damals der erste Bundespräsident gewesen, der den 8. Mai 1945, das Ende des Zweiten Weltkrieges, einen „Tag der Befreiung“ nannte.

Wer nun fordere, einen Schlussstrich unter die Auseinandersetzung mit dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte zu setzen, führe nichts Gutes im Schilde, so van der Minde: „Diese Leute wollen ein anderes Land ohne Demokratie.“ Deutschland habe jedoch nur eine Zukunft, „wenn wir wissen, woher wir kommen, was wir für ein Volk waren und was wir lernen mussten.“

„Unser Ziel ist es, den Hass aus den Köpfen der Menschen zu vertreiben und durch Liebe und Toleranz zu ersetzen“, sagten Florian Völlmecke und Luca-Sergio Wehner von der Schülervertretung der Beruflichen Schulen. Beide riefen zu Zivilcourage auf: „Zeigt den Leuten, die Hass verbreiten, dass ihr mehr seid.“ Sogenannte „besorgte Bürger“ seien lediglich „verkappte Faschisten.“ Völlmecke und Wehner: „Dafür haben wir in unserer Region keinen Platz.“

Keiner habe das Recht, anderen die Freiheit, das Glück und das Leben zu nehmen, sagte Karl-Heinz Stadtler von der Synagoge in Vöhl. „Wichtig ist es, in jedem Menschen sich selbst zu sehen.“ Die Gewalt und der Terrorismus, der das Land derzeit erlebe, habe eine Basis: „Es ist der Alltagsrassismus, der noch in vielen Menschen schläft und manchmal auch in uns selbst.“ Auch der Antisemitismus sei noch allgegenwärtig.

Fremdenfeindlichkeit und fehlende Mitmenschlichkeit werde durch die sprachliche Verrohung befeuert, sagte Stadtler. Deshalb sei Respekt vor den anderen ein wichtiges Erziehungsziel: „Die Würde des Menschen darf nicht angegriffen werden.“ Stadtler rief anschließend zur Schweigeminute für alle Opfer rassistischer Gewalt auf.

Mit ihrer Stimme und ihrer Gitarre bewegte Lena Fingerhut die Demonstranten.

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