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Region gegen Rassismus

Neue Arbeitsgruppe in Waldeck-Frankenberg hat Aktion angestoßen

Vereine, Firmen, Private: Alle sollen Zeichen setzen gegen Rassismus

Sie machen sich stark gegen Rassismus: Vertreter von Schulen, Behörden, Vereinen und kulturellen Einrichtungen werben für das Projekt „Region gegen Rassismus“ – nur fürs Foto ohne Gesichtsmaske. 

Die Anschläge in Hanau, der Mord an Walter Lübcke, die Morde in Hanau: Für Berufsschullehrer Matthias van der Minde war das zu viel. Auf seine Initiative hin gründete sich die Arbeitsgruppe „Region gegen Rassismus“ – die jetzt in den gesamten Landkreis ausstrahlen soll.

„Wenn wir jetzt nichts tun, wann dann?“, habe er sich irgendwann gefragt, erzählt Matthias van der Minde. Mehrere Lokalpolitiker und den Landkreis habe er kontaktiert und ist so schließlich beim Netzwerk für Toleranz gelandet. Bei Ursula Müller und Violetta Bat, den Koordinatorinnen des Netzwerks, rannte er offene Türen ein. Schnell wurde die Arbeitsgruppe „Region gegen Rassismus“ gegründet und weitere Mitstreiter gesucht. Die kommen bislang unter anderem aus Schulen, kulturellen Einrichtungen und Vereinen.

Mehrmals hat sich die Arbeitsgruppe bereits getroffen. Das Ziel: Etwas unternehmen gegen „die Enthemmung der Gesellschaft“, wie Historikerin und Lehrerin Dr. Marion Lilienthal sagt. Auch, wenn im Namen der Gruppe „nur“ das Wort Rassismus auftaucht, umfasst der Inhalt doch viel mehr: Man wolle sich gegen Fremdenfeindlichkeit richten, gegen Antisemitismus, gegen Feindlichkeit von scheinbar Fremdem insgesamt und gegen jede Form von Gewalt, sagen die Initiatoren.

 
 Region gegen Rassismus
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Wie die Schilder aussehen, zeigen hier (von links) Ursula Müller, Dr. Marion Lilienthal, Matthias van der Minde und Violetta Bat.

Angelehnt an die Wolfhager Erklärung hat die Gruppe eine Charta entwickelt, die all dies betont. Das wichtigste äußere Zeichen: Es gibt ab sofort kostenlos Schilder, die an Schulen, Firmen, Privathäusern oder Vereinsheimen angebracht werden können. So zeige man, dass man hinter der Botschaft stehe. Auch Aufkleber gibt es.

Wird ein solches Schild gut sichtbar angebracht, „macht das Mut zu handeln“, sagt Karl-Heinz Stadtler, Vorsitzender des Förderkreises der Synagoge. Der Wunsch sei, dass möglichst viele mitmachen – und die oft schweigende Mehrheit so Stellung bezieht. Abgehakt ist das Thema für die Arbeitsgruppe damit aber längst nicht: Es wird weitergehen, weitere Aktionen sollen folgen.

Kostenlos Schilder und Aufkleber beziehen

Schulen, Betriebe und Unternehmen, Behörden, Vereine und Privatpersonen aus dem Landkreis können Schilder und Aufkleber mit der Aufschrift „Region gegen Rassismus“ kostenlos beziehen über Ursula Müller vom Netzwerk für Toleranz unter Telefon 05631/954-889 oder auch per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, oder bei bekannten Ansprechpartnern, die sich in der Arbeitsgruppe „Region gegen Rassismus“ engagieren. Wer auch in dieser mitarbeiten möchte, meldet sich ebenfalls bei Ursula Müller.

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