Förderkreis
"Synagoge in Vöhl"
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Lyrik gegen das Vergessen


Schreiben zum Überleben 

Lyrik gegen das Vergessen am Holocaust-Gedenktag in der Vöhler Synagoge
Lyrik gegen das Vergessen

In der Vöhler Synagoge: Referent Prof. Dr. Dietfrid Krause-Vilmar und Initiatorin Barbara Weiler. 

WLZ © Ursula Trautmann 29.01.18 18:16

 

Vöhl. Auf den Tag genau 73 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau und am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts fand am Samstagabend in der ehemaligen Vöhler Synagoge eine besondere Veranstaltung statt. Der Titel lautete „Lyrik gegen das Vergessen“

Karl-Heinz Stadtler, Vorsitzender des Förderkreises Synagoge in Vöhl, hieß dazu die Besucher willkommen. Als Initiatorin der Veranstaltung sowie als Mitherausgeberin des Buches „Lyrik gegen das Vergessen“, war die frühere SPD-Europa-Abgeordnete Barbara Weiler zugegen.

Sie berichtete kurz über das Zustandekommen des Buches, für das der Germanist Michael Moll zu Beginn der 1990er Jahre die Beiträge gesammelt hatte.

Es sind Texte, Gedichte und Lieder von Häftlingen in Ghettos und Konzentrationaslagern. Sie schrieben zum Überleben, selbst Kinder verfassten Texte. Doch alle dichteten unter Todesgefahr und unter primitivsten Bedingungen. Sie ritzten Worte in die Wände oder nutzten ihr Blut als Farbe. Schreiben war für viele Häftlinge wichtig, um nicht den Verstand zu verlieren, erklärte Schauspielerin und Sprecherin Ursula Illert dem Publikum. Sie las eine Auswahl der erschütternden, beklemmenden, in den Konzentrationslagern entstandenen Texte.

 

Hoffnung und Ängste

Hoffnung, Ängste, Trostlosigkeit, das ganze Grauen der damaligen Zeit kam darin zum Ausdruck. Das Warum für die inhaftierten Menschen lautete: „Weil wir Juden sind.“ In einem Kinderreim von Ilse Weber in Theresienstadt heißt es: „Ri ra rutsch, wir fahren mit der Leichenkutsch...“ Mit ihren selbst komponierten, düsteren und klagenden Klängen bereicherte Anka Hirsch die Lesungen auf dem Violincello.

Im Anschluss sprach Prof. Dr. Dietfrid Krause-Vilmar, ehemaliger Hochschullehrer in Kassel und Mitbegründer des Vöhler Förderkreises, zum Thema Nationalsozialismus in Nordhessen. Er bot anhand von Briefen und Zeugnissen „Worte und Stimmen von mutigen Menschen“ dar, die sich in unserer Region offen gegen den Nationalsozialismus wandten. Beispiele kamen unter anderem aus dem Schutzhaftlager Breitenau bei Guxhagen, wo schon 1933 Menschen inhaftiert waren und zutiefst gedemütigt wurden.

Widerstand auch heute

Der Professor plädierte in der Synagoge für Widerstand auch heute, wenn es um Ungerechtigkeiten geht. Auf die Zukunft gerichtet müssten Demokratie und menschliches Miteinander die Ziele sein. – Dazu hatten auch die letzten Worte des von Ursula Illert vorgetragenen Schlussgedichtes gepasst: „Vergesst nur nicht...!“ (ut)

Land-Kultur-Perlen

Abschluss des Projekts Land-Kultur-Perlen im Landkreis Waldeck-Frankenberg

Mehr als Kühe und Kirmes: Lob für Kultur im ländlichen Raum

Förderung für ein besonderes Musikprojekt: Die Schüler der Klasse H8 der Mittelpunktschule Goddelsheim wurden bei der Gründung einer Stomp-Musikgruppe unterstützt, die mit Alltagsgegenständen Musik macht. Fotos:  Renner

Waldeck-Frankenberg. Das hessische Modellprojekt Land-Kultur-Perlen startete im vergangenen Jahr in Waldeck-Frankenberg. 22 kleinere Projekte der kulturellen Bildung wurden mit insgesamt 23 000 Euro gefördert. Jetzt zog Hessens Kunst- und Kulturminister Boris Rhein beim Abschluss in Vöhl eine positive Bilanz.

Die kulturelle Bildung im ländlichen Raum sei ihm eine Herzensangelegenheit, sagte der Minister. Die Vielfalt in Waldeck-Frankenberg sei beeindruckend. „Was ich eben gesehen habe, macht mich glücklich“, sagte er, nachdem er sich die Ergebnisse der Projekte in der Vöhler Henkelhalle angeschaut hatte.

Die Fokussierung auf Kunst und Kultur in urbanen Räumen sei eine „Fehlentwicklung“. „Das müssen wir ändern und den Blick auf den ländlichen Raum weiten.“ Man hoffe, Impulse gesetzt zu haben, sagte Rhein, der auch in Zukunft eine Unterstützung der kulturellen Bildung versprach. „Der ländliche Raum ist ein Raum, in dem es sich zu leben lohnt. Ohne wäre Hessen ein armes Land“, sagte der Politiker.

Umdenken in Ministerien

Landrat Dr. Reinhard Kubat freute sich, dass der Auftakt des Modellprojekts in Waldeck-Frankenberg stattfand. Die 22 Projekte seien erfolgreich und von großer Nachhaltigkeit geprägt. „Die Projekte schaffen Sinnstiftendes für die Gemeinschaft“, lobte Kubat. Auch im Nachmittagsunterricht an den Schulen im Landkreis solle mehr Raum für Kultur geschaffen werden, kündigte er an.

 boris rhein
 
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Blick auf die Ergebnisse: Minister Boris Rhein mit Karoline Petersen von der Künstlergruppe Artur in Korbach.

Vöhls Bürgermeister Matthias Stappert sagte, dass die Kultur im ländlichen Raum zwar professionell sei, aber von Ehrenamtlichen getragen werde. Er hoffe, dass das Projekt zu einem Umdenken in den Ministerien führe, wo Kultur häufig nur als Einsparmöglichkeit gesehen werde. Mit dem Projekt Land-Kultur-Perlen habe man vieles richtig gemacht, sagte Lothar Behounek, Vorsitzender der Landesvereinigung Kulturelle Bildung. Er lobte „Tatkraft, Engagement und Herzblut“ der Menschen im Landkreis. Behounek übergab eine Skulptur an einen Vertreter des Landkreises Fulda als Zeichen für die zweite Förderrunde des Modellprojekts. In diesem Jahr werden im Landkreis Fulda zahlreiche Vorhaben aus dem Bereich der kulturellen Bildung unterstützt.

Dr. Birgit Wolf, Autorin und Lehrbeauftragte aus Berlin, referierte darüber, dass Breitenkultur im ländlichen Raum „von allen für alle“ gemacht werde, den Gemeinsinn stärke und Identität stifte. Der ländliche Raum sei mehr als Kühe und Kirmes. Die Aktiven vor Ort bräuchten Beratung, unter anderem darüber, welche Fördermöglichkeiten es gebe und welche Qualifikationsmöglichkeiten. Ein Kümmerer sei nötig. Auch Kooperationen und Kommunikation seien entscheidend, und das in den Gemeinden und auch darüber hinaus. Allen Aktiven sollte Anerkennung und Aufmerksamkeit zuteil werden.

Diese Projekte im Landkreis wurden gefördert

birgit wolf 
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Dr. Birgit Wolf

Diese 22 Vereine, Gruppen, Personen und Organisationen im Landkreis bekamen eine Mikroförderung: Aktion für behinderte Menschen Waldeck-Frankenberg, Reinhard Mehles „Storytelling“, Verein zur Förderung der Altstadt von Bad Wildungen, Ortsbeirat Frohnhausen, Förderverein des Klosters Flechtdorf, Stefan Tiepermann „Grenzen überwinden“, Heimatverein Allendorf/Hardtberg, Stadt Frankenberg, Heimat- und Kulturverein Geismar, Musikschule Frankenberg, Klosterfreunde Haina, Studio Kathaco, Karoline Petersen „Kunststuhl“, Stadtarchiv Korbach, Burg Lichtenfels, Mittelpunktschule Goddelsheim, Stadt Rosenthal, MGV Liedertafel Twiste, Förderkreis Synagoge Vöhl, Rückblende – Gegen das Vergessen Volkmarsen, Förderverein WaJuKu Waldeck und Wilhelm Sauer „Runter vom Sofa“.

Einen Überblick über alle geförderten Projekte und weitere Infos zum Modellprojekt gibt es auch auf www.landkulturperlen.de.

Dresdner Salondamen

Konzert am 4. März in der Synagoge – Vorverkauf läuft


© pr
Die Dresdner Salondamen gastieren am Sonntag, 4. März, um 17 Uhr in der Vöhler Synagoge. Unter dem Motto „Mit Musik geht alles besser“ präsentieren sie Evergreens und Filmmelodien der 20er bis 40er Jahre.

 

Die Dresdner Salondamen haben erkannt, dass die Kraft der Musik eines der Geheimrezepte ihres langjährigen gemeinsamen Musizierens ist und eine Medizin gegen nahezu jeden Schmerz sein kann.

 

Dabei scheint es so, als würden die in mit zarter Spitze besetzten Kleidern gehüllten und mit stilvollen Hüten gekrönten Damen das Publikum in eine himmlische musikalische Traumwelt entführen.

Dieser Eindruck mag davon gestützt werden, dass die Damen im Jubiläumsjahr ihres 20-jährigen Bestehens ihre innerste Überzeugung in jedes Herz dringen lassen möchten.
 

Das gelingt ihnen famos, denn nicht nur die musikalische Vielfalt der Damen ist beeindruckend, sondern auch ihre amüsante Mimik und der köstliche Humor beleben ihren feinsinnigen Vortrag. Die singenden und musizierenden Damen an Violoncello, Violine, Klarinette und Klavier nehmen die Zuhörer mit auf eine musikalische Zeitreise durch die Ufa-Filme des vergangenen Jahrhunderts.

Karten für das Konzert gibt es im Vorverkauf zum Preis von 16/14/12 Euro, ermäßigt vier Euro weniger, unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder bei Anna Evers, Tel. 05631-1022, an der Abendkasse kosten die Tickets einen Euro mehr. (r)

Dresdner Salondamen mit musikalischer Zeitreise

„Mit Musik geht alles besser“

Dresdner Salondamen nehmen Publikum in der Vöhler Synagoge mit auf eine musikalische Zeitreise

 

Glamouröser Auftritt: Die Dresdner Salon-Damen begeisterten ihr Publikum in der Vöhler Synagoge von Anfang an.

Vöhl. Gehüllt in glamouröse Kleider und mit extravaganten Hüten auf dem Kopf, haben „Die Dresdner Salon-Damen“ am Sonntagabend ihr Publikum in der vollbesetzten Vöhler Synagoge auf eine musikalische Zeitreise in die 20er-, 30er-, 40er- und 50er- Jahre entführt. Dabei wurde famos gesungen und musiziert, gekonnt gepfiffen und das Ganze mit Humor garniert.

 

Seit 20 Jahren reisen Karolina Petrova (Gesang), Franziska Graefe (Violine), Juliane Gilbert (Cello, Kontrabass), Silke Krause (Klavier, Akkordeon) und Cécile Pfeiff (Klarinette, Saxophon) schon gemeinsam von Bühne zu Bühne und haben festgestellt: „Mit Musik geht alles besser.“

Beim gleichnamigen Titel sprang der Funke zum Publikum sofort über. „Wir nehmen Sie heute mit auf eine musikalische Zeitreise zum Thema Liebe“, sagte Petrova. Dabei bekämen die Herren ordentlich ihr Fett weg, denn bei der Titelauswahl seien nicht die drei K's (Kinder, Küche, Kirche) vorrangig gewesen, sondern die drei K's „Kinder, Konzertsäle, Klamotten“. Die Künstlerinnen waren aber voll des Lobes für Karl-Heinz Stadtler (Vorsitzender Förderkreis Synagoge). Dieser war nachmittags nach Marburg gefahren, um die vergessenen Hüte der Salondamen abzuholen.

Schmunzeln konnte das Publikum beim Lied „In der Bar zum Krokodil“, das verdeutlichte, dass es schon im alten Ägypten Probleme mit der Treue gab. Bei einem Potpourri zündeten Evergreens wie „Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh’n“ und „Wochenend‘ und Sonnenschein“.

Wandelbare Stimme

Wunderbar sentimental war der Marlene-Dietrich-Klassiker „Wenn ich mir was wünschen dürfte“. Ganz aktuell war „Telefonitis“, jedoch verpackt in ein altes Gewand. Beim Schlager „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“, sang das Publikum lautstark mit. Petrova war mit ihrer wandelbaren Stimme ein Hörgenuss.

Beim Zigeunertanz brillierten Graefe auf der Violine, Gilbert auf dem Cello und Krause am Klavier. Kichern war zu hören, als Pfeiff davon sang, dass beim Konto ihres Liebsten „das Komma zu weit links“ steht. Mit dem Zarah-Leander-Chanson „Merci, mon ami“ wollten sich die Dresdner Salon-Damen verabschieden, doch das Publikum forderte mit Jubelrufen und donnerndem Applaus noch „Das gibt’s nur einmal“ und den Hildegard-Knef-Klassiker „Eins und eins, das macht zwei“ ein. (nz)

Landkulturboten

Schüler sollen ihre Heimat besser kennen lernen und sie nach außen repräsentieren

Pilotprojekt: Förderkreis Synagoge Vöhl sucht „Landkulturboten“ 

Einsatzort: Die „Landkulturboten“ sind zwei Wochen lang in der Synagoge Vöhl im Einsatz. Sie sollen Besucher führen und so auch Botschafter ihrer Heimat sein. 

Vöhl. Ein besonderes Projekt für Schüler zwischen 14 und 19 plant der Förderkreis der Synagoge Vöhl für die Sommerferien. Gesucht werden sechs „Landkulturboten“, die einen Ferienjob in der ehemaligen Synagoge annehmen, dort Besucher empfangen und die Geschichte des jüdischen Gotteshauses näher bringen.

Ursprünglich war das Projekt mit einer Ausschreibung der Grimmheimat Nordhessen für eine Förderung durch das Bundeslandwirtschaftsministerium verbunden. Allerdings: Weil 900 Bewerbungen dort eingingen, ist eine Entscheidung über die finanzielle Unterstützung noch nicht gefallen. Doch der Förderkreis fand die Idee so gut, dass sie dennoch umgesetzt werden soll – zunächst auf eigenes finanzielles Risiko.

Denn die sechs Schüler, die einen Wohnsitz in der Gemeinde Vöhl haben müssen, werden für ihre Arbeit in der Synagoge bezahlt. Mindestens den Mindestlohn sollen sie bekommen, sagt Karl-Heinz Stadtler, Vorsitzender des Vereins. Zwei Wochen lang – Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr – werden die jungen Leute dann Besucher empfangen und sie über die Geschichte des Gebäudes und der früheren jüdischen Gemeinde informieren.

Außerdem sollen sie in der besucherfreien Zeit in sozialen Netzwerken für den Besuch der Synagoge werben. Schließlich bekommt jeder der sechs Realschüler oder Gymnasiasten noch eine eigene Aufgabe. Das könnten die Übersetzung der Internetseite ins Englische oder ein Archivierungsprojekt in der Bibliothek sein. Je nach Interesse wird eine Aufgabe ausgesucht, so Stadtler. Am Ende soll jeder sein persönliches Projekt vorstellen. Es gibt ein Zertifikat.
 

Mindestens 14 Jahre alt sollten die Schüler sein und den Nationalsozialismus im Unterricht bereits thematisiert haben. Auch Lernbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und der Wille, an Vorbereitungs- und einer Abschlussveranstaltung teilzunehmen, sollten sie mitbringen.

Die Jugendlichen sollen durch das Projekt einen stärkeren Bezug zu ihrer Heimat entwickeln, so Stadtler. Auch Botschafter ihrer Region nach außen sollen sie werden. Und: „Wenn es gut ankommt, könnten wir das Projekt fortsetzen.“ Abhängig ist das auch von der Finanzierung. Unternehmen und Institutionen, die das Vorhaben finanziell unterstützen und Patenschaften über Schüler übernehmen, werden noch gesucht.

Info und Kontakt: Bewerbungen für das Projekt „Landkulturboten“ bis zum 8. April per Mail an Karl-Heinz Stadtler unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Er ist auch Ansprechpartner für potenzielle Unterstützer.

Ausstellung Breitenau

Schüler setzen sich ein

Ausstellung in Vöhler Synagoge zeigt Schicksale aus Breitenau

 

Zeigen Schicksale: Schüler der ALS eröffnen am Sonntag eine Ausstellung über Breitenau in der Vöhler Synagoge.

Vöhl/Korbach. Mit viel Einsatz von Korbacher Schülern ist die Ausstellung "Schicksale" entstanden, die im Lager Breitenau inhaftierten Menschen gewidmet ist. Am Sonntag wird sie eröffnet.

 

„Wir wollen zeigen, dass es auch hier stattgefunden hat“, sagt Maik Zubiks, einer der neun Schüler, die an der Alten Landesschule die Ausstellung „Schicksale“ über Menschen aus Waldeck-Frankenberg im KZ Breitenau entwickelt haben.

Ab Sonntag, 22. April, wird sie in der Vöhler Synagoge gezeigt. „Den Satz ,Das war ja früher, das kann nicht mehr passieren‘ wollen wir widerlegen“, pflichtet ihm Felix Wilke bei: Denn würden die Nazi-Verbrechen vergessen, könnten sie wieder geschehen.

Zur Eröffnung am Sonntag um 11.15 Uhr spricht Prof. Dietfrid Krause-Vilmar, Initiator der Gedenkstätte Breitenau, und die Schüler kommen zu Wort. Auf 18 Roll-ups halten sie Ergebnisse ihrer Arbeit mit der Lehrerin Dr. Marion Lilienthal fest. Da geht es um Grundsätzliches zum Lager Breitenau, die Haftbedingungen, Misshandlungen und Schikanen samt ihrer Folgen – und um repräsentative Schicksale politisch und religiös Verfolgter und von Zwangsarbeitern.

Marion Lilienthal begab sich mit den Schülern auf wissenschaftliches Neuland, wertete zuvor unbekannte Quellen aus und sammelte erstmals die Namen aller Opfer: „Hier werden viele Biografien gewürdigt, über deren Schicksale man nichts wusste.“

Die Schüler entwickelten nicht nur die Ausstellung, das Projekt war dreigleisig, erklärt Marion Lilienthal: Dazu gehören auch eine Broschüre und die Internetseite www.gedenkportal-korbach.de. Gefördert wurde das im Landesprogramm „LandKulturPerlen“. 

Ausstellung Schicksale

Ausstellung „Schicksale“ täglich zu sehen

In der Synagoge in Vöhl ist noch bis Sonntag, 27. Mai, täglich die Ausstellung „Schicksale. Menschen im Konzentrationslager Breitenau“ zu sehen.

 

Geöffnet ist die Synagoge in der Mittelgasse 9 von 14 bis 17 Uhr. Die Wanderausstellung, die von Schülern der Alten Landesschule in Korbach zusammengestellt wurde, kann von Interessenten ausgeliehen werden. Infos und Kontakt über die Schule oder www.gedenk-portal-korbach.de.

Start Landkulturboten

Pilotprojekt in Synagoge Vöhl startet – Zwei Sponsoren werden noch gesucht

Sechs Jugendliche machen Ferienjob als "Landkulturboten"

 

Sind die ersten „Landkulturboten“: (von links) Vanessa Herzen, Henriette Hennig, Sanja Mohnen, Malte Spreckelsen und Silas Klöcker. Sechster im Bund ist Ronny Regel, der derzeit im Urlaub ist. 

Vöhl. Ein Pilotprojekt startet der Förderkreis der Synagoge Vöhl in den Sommerferien. Sechs (ehemalige) Schüler aus der Gemeinde werden jeweils zwei Wochen als „Landkulturboten“ in dem früheren jüdischen Gotteshaus arbeiten und Besuchern die Geschichte näher bringen sowie in sozialen Netzwerken für einen Besuch der Synagoge werben.

 

17 Seiten lang ist das Dossier, das die Schüler bereits bekommen haben und das die Grundlage für ihre Arbeit in den kommenden Wochen bildet. Darin enthalten: alles Wichtige rund um die Geschichte der Synagoge und der Vöhler Juden sowie die Arbeit des Fördervereins.

Je zwei Wochen lang – von 25. Juni bis 3. August – werden immer zwei Schüler montags bis freitags von 9 bis 12 und von 13 bis 16 Uhr als Ansprechpartner für Besucher der Synagoge bereitstehen, sie führen und informieren. In der besucherfreien Zeit erarbeitet jeder von ihnen noch ein gesondertes Projekt.

Die Ziele: Die jungen Menschen sollen für die kulturelle und historisch-politische Arbeit des Fördervereins werben, sagte Karl-Heinz Stadtler, Vorsitzender des Vereins, zum Auftakt. Und: „Wir wollen Besuchern Angebote machen, die über das Übliche hinaus gehen.“ Das soll auch die touristische Attraktivität der Edersee-Region verbessern und nicht zuletzt den emotionalen Bezug der Jugend zur Heimat stärken.
 

Zehn Bewerbungen

Umsonst sollen die sechs Jugendlichen die Arbeit nicht machen. Jeder von ihnen wird 800 Euro bekommen. Der Förderkreis sucht, um diese Finanzierung zu sichern, noch Sponsoren. Für vier junge Menschen gibt es bereits Unterstützer: Neben der Waldeckischen Landeszeitung sind auch Energie Waldeck-Frankenberg, die Gemeinde Vöhl und das Netzwerk für Toleranz Waldeck-Frankenberg dabei. 1600 Euro fehlen nun noch, doch auch wenn sich keine weiteren Sponsoren finden – „das Geld bekommen die Jugendlichen in jedem Fall“, so Stadler.

Aus zehn Bewerbungen hat der Vorstand des Fördervereins die sechs Kandidaten ausgewählt. „Landkulturboten“ sind jetzt Henriette Hennig, 16 Jahre alt, aus Obernburg/Hof Lauterbach. Sie hat gerade die Ederseeschule Herzhausen abgeschlossen; Sanja Mohnen aus Asel. Die 16-Jährige hat ebenfalls gerade die Ederseeschule verlassen; die 17-jährige Vanessa Herzen aus Dorfitter ist Schülerin der Alten Landesschule in Korbach; Silas Klöcker, 17 Jahre alt und aus Marienhagen, ist ebenfalls Schüler der ALS, so wie auch Malte Spreckelsen. Der 17-Jährige kommt aus Vöhl. Letzter im Bunde ist der 15-jährige Ronny Regel aus Herzhausen, der ebenfalls gerade die Ederseeschule absolviert hat.

Dass das Projekt eine besondere Bedeutung habe, sagte Bürgermeister Matthias Stappert. „Für euch wird das eine Zeitreise“, sagte er den Jugendlichen. Vom Angebot des Förderkreises profitiere die gesamte Gemeinde.

Info und Kontakt: Wer als Sponsor das Pilotprojekt „Landkulturboten“ unterstützen möchte, meldet sich bei Vorsitzendem Karl-Heinz Stadtler, Tel. 05635 / 1491, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Weitere Infos auch auf der Internetseite des Fördervereins.

Ferienjob Landkulturboten

Silas Klöcker berichtet von seinen Erfahrungen

Vöhl: Ein ganz besonderer Ferienjob als "Landkulturbote"

Der Förderkreis der Synagoge in Vöhl hat das Projekt „Landkulturboten“ ins Leben gerufen. Erstmals begleiten sechs junge Menschen während der Sommerferien Besucher  – und sollen so auch einen stärkeren Bezug zur eigenen Heimat bekommen. Hier berichtet Landkulturbote Silas Klöcker.

Vöhl. Einige Wochen vor dem Start des Projekts „Landkulturboten“ las ich in der Zeitung einen Artikel, der die Arbeit in der Synagoge vorstellte und mein Interesse weckte. Ich bewarb mich daraufhin für diesen ganz besonderen Ferienjob und wurde zu meiner Freude zu einem vorbereitenden Treffen in die Vöhler Synagoge eingeladen. Bei diesem Treffen wurde auch David Heise vorgestellt, der das Projekt „Landkulturbote“ mit der Kamera begleitet.

Nach der Eröffnungsveranstaltung im Juni und einem letzten Treffen mit Karl-Heinz Stadtler, dem Vorsitzenden des Förderkreises, ging es dann endlich für mich und Malte Spreckelsen, den ich bereits aus der Schule kannte, los. Jeweils Montag bis Freitag waren wir im Einsatz. Zunächst überlegten wir uns, wo wir in den zwei Wochen unserer Arbeit einen Schwerpunkt setzen wollten. Wir stellten fest, dass die Webpräsenz noch gesteigert werden kann und beschlossen, in diesem Bereich einiges auszuprobieren.

YouTube-Kanal erstellt

Zuerst schauten wir, wo genau die Synagoge im Internet vertreten ist und notierten uns die Webseiten, auf denen wir Einträge fanden. Um die Reichweite noch weiter zu erhöhen, setzte ich mich mit einigen Touristikstellen in Verbindung und fragte, ob sie die Synagoge Vöhl in ihr Programm aufnehmen könnten. Hierzu gehörte unter anderem die „Grimm-Heimat Nordhessen“, der Touristik-Service Waldeck-Ederbergland und auch die Gemeinde Vöhl. Ein erster Erfolg war ein Artikel, welcher von uns gestaltet wurde und nun auf der Vöhler Internetseite zu finden ist. In den nächsten zwei Wochen erschien auch ein Beitrag auf der Facebook-Seite des „Waldecker Landes“, welche knapp 20 000 Abonnenten aufweisen kann.

Natürlich war uns auch bewusst, dass der Förderkreis der Synagoge selber aktiv werden muss, um künftig mehr Menschen erreichen zu können. Aus diesem Grund erstellten wir neben einer neuen Facebook-Seite auch einen YouTube-Kanal, auf dem wir drei Videos hochgeladen haben. Zukünftig soll dies erhalten bleiben und im besten Fall einmal im Monat ein Video veröffentlicht werden.

Dies gilt natürlich auch für die Facebook-Seite, auf der regelmäßig neue Beiträge veröffentlicht werden sollen. So kann der Verein auf diesen Online-Plattformen künftig viele auch jüngere Menschen erreichen und Werbung für Konzerte oder andere Veranstaltungen machen, die regelmäßig in der Synagoge stattfinden.

63 Besucher geführt

Neben unserer Arbeit im Internet standen aber auch Führungen durch die Vöhler Synagoge auf dem Tagesplan. So kam unter anderem eine Vöhler Kindergartengruppe zur Besichtigung. Unsere Aufgabe bestand also auch darin, die Führungen so anzupassen, dass bei keinem Besucher Langeweile aufkam. Insgesamt führten Malte und ich in zwei Wochen 63 Besucher durch die Synagoge in der Mittelgasse.

Nach dieser spannenden Arbeit als „Landkulturbote“ kann ich sagen, dass ich ganz neue Erfahrungen gemacht habe. Wir durften selber entscheiden, an was wir arbeiten wollten und konnten auch eigene Ideen vorstellen. Uns wurde Vertrauen geschenkt und wir hatten viele Freiheiten, was uns sehr motivierte. Rückblickend hat mich diese außergewöhnliche Arbeit bereichert und mir noch tiefere Einblicke in die Geschichte meiner Heimat gegeben.

Weitere Infos über die Vöhler Synagoge und den Förderkreis gibt es online auf der Internetseite www.synagoge-voehl.de sowie jetzt auch bei YouTube und Facebook jeweils unter dem Stichwort Synagoge Vöhl.

Landkulturboten, Projekt abgeschlossen

Förderkreis will Fortsetzung, Finanzierung ist aber noch ungewiss

Landkulturboten: Pilotprojekt in Synagoge abgeschlossen

Die ersten Landkulturboten: Synagoge Vöhl Förderkreis Landkulturboten von links Vanessa Herzen, Henriette Hennig, Sanja Mohnen, Malte Spreckelsen, Silas Klöcker.

Vöhl. Das Pilotprojekt „Landkulturboten“ des Förderkreises der alten Synagoge Vöhl ist abgeschlossen. Sechs (ehemalige) Schüler haben in den Sommerferien jeweils zwei Wochen lang im Rahmen eines Ferienjobs in der früheren Synagoge gearbeitet und dabei auch eigene kleinere Projekte erarbeitet. Diese wurden jetzt beim Abschluss des Pilotprojekts vorgestellt.

Die jungen Menschen – allesamt aus der Großgemeinde Vöhl – sollten für die Synagoge werben, Menschen über die Arbeit des Förderkreises informieren, über die Geschichte der Vöhler Juden und das ehemalige jüdische Gotteshaus – und sich so auch stärker mit ihrer Heimatregion identifizieren.

Und die Bilanz dieses Pilotprojekts fällt durchweg positiv aus, wie Karl-Heinz Stadtler, Vorsitzender des Förderkreises, betonte. Rund 120 Besucher sind in den sechs Ferienwochen in der Synagoge gewesen, „das ist für uns eine ganz gute Zahl“. Und: „Ich war begeistert, wie gut sich alle auf die Führungen vorbereitet und wie sie auf Fragen reagiert haben.“ Insgesamt seien die Ziele des Projekts erreicht wordeVanessa Herzen, Henriette Hennig, Sanja Mohnen, Malte Spreckelsen, Silas Klöcker und Ronny Regel hatten die Jobs als Kulturboten übernommen und in ihren je zweiwöchigen Einsätzen auch eigene Aufgaben bearbeitet. Die 16-jährige Sanja Mohnen hat über jüdische Fest- und Feiertage recherchiert, warum und wann sie gefeiert werden und sie mit christlichen Feiertagen verglichen. Die Zwölftklässlerin Vanessa Herzen hat eine Übersicht der ehemaligen Synagogen in Hessen samit ihren Angeboten erstellt und zusammengefasst, was der Vöhler Förderkreis ebenfalls ins Angebot aufnehmen könnte. Unter anderem könnten in Vöhl auch Filmveranstaltungen stattfinden sowie eine geschichtliche Dauerausstellung, schlug sie vor.

Silas Klöcker und Malte Spreckelsen haben an Strategien zur Erhöhung der Webpräsenz gearbeitet, um mehr junge Menschen und auch mehr Touristen anzusprechen. Der Förderkreis hat nun eine eigene Facebook-Seite und einen eigenen Youtube-Kanal, außerdem haben die beiden dafür gesorgt, dass auf der Facebook-Seite des Touristikservices „Waldecker Land“ ein Post der Synagoge erscheint.

Henriette Hennig hat sich mit einen umfangreichen Interview einer ehemaligen Vöhler Jüdin beschäftigt und eine Abschrift des Gesprächs angefertigt. Der 15-jährige Ronny Regel hat das Leben von Ilse Schönthal aus Marienhagen niedergeschrieben, die mit ihren Eltern nach Riga deportiert und dort erschossen wurde.

Die Arbeit der Landkulturboten werde der Förderkreis fortsetzen, auch Ideen der Schüler sollen aufgegriffen werden, sagte Karl-Heinz Stadtler. So solle es im kommenden Jahr Filmabende in der Synagoge geben.

Während des Pilotprojekts hat das Netzwerk für Toleranz des Landkreises ein Video über die Arbeit erstellen lassen. Dieses ist auf dem Youtube-Kanal der Synagoge Vöhl zu sehen.

Ob das Projekt fortgesetzt wird, ist noch unklar. Der Förderkreis möchte es gerne fortführen, abhängig ist das jedoch von der Finanzierung, da die Landkulturboten Geld für ihre Arbeit bekommen.

Die Sponsoren

800 Euro hat jeder Landkulturbote für seine Arbeit bekommen. Als Sponsoren haben die Waldeckische Landeszeitung, Energie Waldeck-Frankenberg (EWF), die Gemeinde Vöhl und das Netzwerk für Toleranz Waldeck-Frankenberg vier Landkulturboten finanziert. Für zwei Jugendliche übernahm der Förderkreis der alten Synagoge die Bezahlung.

Buch zu Novemberpogrome im Landkreis

Historiker aus ganz Waldeck-Frankenberg beteiligt

Das dunkelste Kapitel: Erstes Buch zu Novemberpogromen im Kreis

Vöhl. Erstmals gibt es eine Übersicht über die Ereignisse während der Novemberpogrome 1938 für den gesamten heutigen Landkreis Waldeck-Frankenberg. 13 Historiker aus dem Kreisgebiet, außerdem zwei Mitarbeiterinnen des Internationalen Suchdienstes (ITS) in Bad Arolsen und ein Mitarbeiter der Gedenkstätte Buchenwald haben daran mitgearbeitet. Ab sofort gibt es das 380 Seiten starke Buch zu kaufen.

„Was während der Novemberpogrome 1938 in Waldeck-Frankenberg geschah, findet in der nachfolgenden Geschichte nichts Vergleichbares“, schreibt Dr. Marion Lilienthal gleich am Anfang des Buches. Die Ausschreitungen hätten sich bis in die kleinsten Dörfer erstreckt.

Entsprechend gibt es Texte in dem Sachbuch, die sich mit den Pogromen in den größeren Städten Bad Wildungen und Frankenberg beschäftigen, und solche über die Ereignisse in kleineren Orten wie Eimelrod und Röddenau.

 

Marion Lilienthal, selbst eine der Autorinnen des Buchs, gab bei der Vorstellung des Werks in der Vöhler Synagoge einen fotografischen Überblick über den Inhalt. Anhand von Bildern zerstörter jüdischer Schulen und Synagogen, von Porträts und Postkarten führte sie aus, welche Zerstörung die Novemberpogrome in der Region mit sich brachten. „Es gab nur vereinzelt Kritik aus der Bevölkerung“, sagte sie. „Der Großteil hatte offensichtlich verinnerlicht, dass Juden rechtlos waren.“ Nicht nur die meisten Bürger, auch die Presse hätte nicht widersprochen. Von der „tiefsten Entrüstung im Volk“ sei damals geschrieben worden. „Ausbruch einer gerechten Empörung“ schrieb die WLZ am 11. November 1938. „Aber keine Zeitung berichtete über die Angriffe auf Juden.“

Unzählige historische Akten und Dokumente in verschiedenen Archiven haben die Autoren gesichtet und mit Zeitzeugen gesprochen, Fotos, Geschichten und Lebensläufe zusammengetragen. „Nach allen Regeln der Kunst“ sei recherchiert worden, lobte der Historiker Prof. Dr. Dietfrid Krause-Vilmar, der sich seit Jahrzehnten intensiv mit der Aufarbeitung der NS-Zeit beschäftigt. Die Attacken seien „von unten“ gekommen, direkt aus den Orten. „Es bedurfte keines staatlichen Befehls“, so Krause-Vilmar. Nach den Ausschreitungen habe der Staat unzählige Anordnungen und Gesetze erlassen, die „die Lebenssituation von Juden in Deutschland faktisch unmöglich machten“.

Dass man die Erinnerung an die Ausschreitungen wach halten müsse, mahnte Vöhls Bürgermeister Matthias Stappert. Die vielen Gräueltaten von 1938 seien vielen Menschen im Landkreis im 21. Jahrhundert nicht bewusst, sagte Kreisbeigeordnete Hannelore Behle. „Diesen Teil der Kreisheimatgeschichte dürfen wir nicht verschweigen.“ Karl-Heinz Stadtler, einer der Autoren des Buchs, sagte, dass über dem gesamten Werk ein Satz stehe: „Nie wieder.“

Mit finanziert wurde das Buch unter anderem durch den Landkreis, das hessische Kultusministerium, die Kommunen Korbach, Bad Wildungen, Frankenberg, Battenberg, Vöhl sowie den ITS.

Hier gibt es das Buch

Das Buch „Novemberpogrome 1938 – Ausschreitungen und Übergriffe in Waldeck-Frankenberg“ gibt es ab sofort für 19,80 Euro zu kaufen in der Synagoge Vöhl, dem Wolfgang-Bonhage-Museum in Korbach, dem Rathaus in Korbach sowie im Stadtarchiv, außerdem an der Alten Landesschule und bei Thalia in Korbach.

Das sind die Autoren

Aus dem gesamten Landkreis haben Historiker Beiträge zum Buch beigesteuert: Lothar Albrecht (Waldeck), Dirk Bender (Willingen), Reiner Gasse (Allendorf), Johannes Grötecke (Bad Wildungen), Horst Hecker (Haina), Karl Heinemann (Diemelstadt), Ernst Klein (Volkmarsen), Marion Lilienthal (Korbach), Axel Marburg (Allendorf), Alf Seippel (Dortmund), Karl-Heinz Stadtler (Vöhl), Karl-Hermann Völker (Burgwald).

Von Seiten des Internationelen Suchdienstes (ITS) waren Christiane Weber und Isabel Panek beteiligt, außerdem Harry Stein von der Gedenkstätte Buchenwald.

Landkulturboten fortgesetzt

Schulprojekt des Förderkreises Synagoge

Landkulturboten: Finanzierung steht, Projekt wird fortgesetzt

Synagoge Vöhl

Vöhl. Das Projekt Landkulturboten des Förderkreises der Vöhler Synagoge wird fortgesetzt. Das teilte jetzt Vorsitzender Karl-Heinz Stadtler mit. Die Finanzierung für die Jahr 2019 und 2020 ist demnach gesichert.

Erstmals hatte der Förderkreis in diesem Jahr das Projekt gestartet, bei dem sechs Schüler während der Sommerferien in der Synagoge arbeiten. Die jungen Menschen haben Besucher durchs Gebäude geführt und informiert, haben für die Synagoge und die Arbeit des Förderkreises geworben und eigene Projekte verfolgt, beispielsweise die Erstellung einer eigenen Facebook-Seite des Vereins. 800 Euro hat jeder der Landkulturboten dafür bekommen.

Getragen wurde das Pilotprojekt durch Sponsoren, in den kommenden beiden Jahren wird die Finanzierung durch ein Förderprogramm des Bundeslandwirtschaftsministeriums gedeckt. Darum hatte sich der Förderkreis unter dem Dach der Regionalmanagements Nordhessen bereits frühzeitig beworben. Doch weil die Zahl der Bewerbungen so groß war, dauerte die Auswahl lange und der Förderkreis entschied zunächst, auf eigenes finanzielles Risiko das Pilotprojekt zu starten. Nun gab es die Zusage aus Berlin. Stadtler freut sich über die Unterstützung. Auch, weil es viel Arbeit gewesen sei, die Sponsoren zu finden.

 

In den sechs Wochen der Sommerferien sollen wieder sechs Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren für jeweils zwei Wochen in der Synagoge arbeiten. Eine Neuerung wird es wohl geben: Die tägliche Arbeitszeit liegt dann nicht mehr bei acht, sondern bei sechs Stunden. Pro Stunde verdienen die Realschüler oder Gymnasiasten zehn Euro. Bewerbungen werden ab Frühjahr entgegen genommen.

Der Förderkreis der Synagoge strebt nun noch eine engere Kooperation mit den Schulen an. „Wir hoffen, dass es auf Dauer mit den Landkulturboten weitergehen kann,“ sagt Stadtler.

Interview Esther Bejarano

Esther Bejarano kommt nach Korbach und Vöhl

Interview mit Auschwitz-Überlebender: „Dann hätten sie uns erschossen“

Machen gemeinsam Musik : Esther Bejarano mit ihrem Sohn Joram (rechts) und Kutlu Yurtseven von der „Microphone Mafia“. In Vöhl spielen sie nächste Woche in der Synagoge, zuvor wird die KZ-Überlebende Bejarano vor Schülern aus ihrem Leben berichten. 

Korbach/Vöhl. Die Musik rettete ihr Leben: Esther Bejarano spielte Akkordeon im Mädchenorchester in Auschwitz, ihr Leben verschonten die Nazis deshalb. 

Später flüchtete sie während eines Todesmarsches. In der kommenden Woche wird die 93-Jährige in Korbach und Vöhl von ihren Erlebnissen berichten – und mit der „Microphone Mafia“ rappen.

Im Interview mit der WLZ erzählt sie, wieso sie trotz allem Glück hatte im Leben und wieso sie mit ihrer Familie in den 1960ern wieder nach Deutschland kam.

Frau Bejarano, Sie mussten in einem Arbeitslager schuften, ein Großteil Ihrer Familie wurde ermordet, Sie selbst wurden in die KZs Auschwitz und Ravensbrück gebracht. Dennoch haben Sie mal gesagt, Sie hätten Glück gehabt im Leben. Das müssen Sie mir erklären.

Esther Bejarano: Natürlich habe ich Glück gehabt. Dass meine Eltern und meine Schwester ermordet wurden und ich nach Auschwitz kam, war schrecklich. Aber ich hatte Glück, weil ich in Auschwitz nicht mehr so schwere Arbeit machen musste. Vorher musste ich schwere Steine von einer Seite eines Feldes auf die andere schleppen und am nächsten Tag wieder zurück. Also eine völlig unsinnige Arbeit. Aber man wollte damit unsere Kraft rauben.

Und Sie hatten Glück, weil Sie dann im Mädchenorchester in Auschwitz spielen konnten.

Bejarano: Ja, ich hatte die Möglichkeit, ins Mädchenorchester zu kommen. Es wurde nach Frauen gesucht, die Instrumente spielten. Ich hatte gesagt, dass ich Klavier spielen kann. Ein Klavier gab es dort allerdings nicht. Die Dirigentin, auch eine Gefangene, sagte mir, dass eine Akkordeonistin gebraucht wurde.

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Überlebende: Esther Bejarano als junge Frau.

Ich habe gelogen und gesagt, dass ich auch Akkordeon spielen kann. Dabei konnte ich das gar nicht. Ich sollte dann den Schlager „Du hast Glück bei den Frauen, Bel Ami“ vorspielen und den kannte ich. Zur Dirigentin sagte ich, dass ich ewig nicht gespielt hätte und mich erst wieder reinfinden muss. Ich habe es dann ausprobiert und mir gesagt „Ich muss das können“. Und ich habe es hinbekommen.

Und das war ein Glücksfall, weil das sozusagen Ihr Leben gerettet hat.

Bejarano: Genau. Und der zweite Glücksfall war, dass man in Auschwitz nach Mischlingen gesucht hat. Frauen, die entweder christliche Mutter oder christlichen Vater hatten. Das Internationale Rote Kreuz hat sich dafür eingesetzt, dass Mischlinge aus Auschwitz heraus kommen. Die Nazis hatten ein Gesetz, in dem es hieß, dass Mischlinge nicht in einem Vernichtungslager sein dürfen. Das Internationale Rote Kreuz hat sich darum gekümmert, dass wir aus dem Lager kamen. Wir wurden nach Ravensbrück gebracht, ein ganz schlimmes Frauenstraflager. Aber es war kein Vernichtungslager.

Hat es das Musizieren im Orchester erträglicher gemacht, in Auschwitz zu sein?

Bejarano: Mit Musik hatte das wenig zu tun. Wir mussten Märsche spielen. Und wir mussten am Tor stehen und spielen, wenn die Arbeitskolonnen morgens zur Arbeit gingen und abends, wenn sie zurückkamen. Es war eine psychisch ganz schlimme Arbeit, auch weil wir ein schlechtes Gewissen hatten, weil wir dort standen und Musik machten.

Noch schlimmer war aber, dass wir am Tor stehen und spielen mussten, wenn neue Transporte ankamen. Auf besonderen Gleisen kamen die Züge an und diese Gleise führten direkt zur Gaskammer. Alle Menschen, die in den Zügen saßen, sind in die Gaskammer gegangen. Und wir mussten da stehen und spielen. Das war das Schlimmste, was ich erlebt habe. Man konnte nicht helfen, niemanden warnen. Wir haben mit Tränen in den Augen dort gestanden und wir konnten nicht aufhören zu spielen, weil hinter uns SS-Männer standen mit ihren Gewehren. Wenn wir aufgehört hätten zu spielen, dann hätten sie uns erschossen.

Sie haben das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte miterleben müssen. Trotzdem ist Deutschland seit Jahrzehnten wieder ihr Zuhause. Andere Juden, die geflohen sind, würden nie wieder zurückkehren. Warum sind Sie mit Mann und Kindern wieder nach Deutschland gekommen?

Bejarano: Ich habe 15 Jahre in Israel gelebt, aber mein Mann und ich konnten die schreckliche Politik dort nicht mehr ertragen. Wir waren nicht einverstanden damit, dass die Palästinenser so schlecht behandelt wurden. Ausschlaggebend war für uns aber, dass mein Mann nicht in den Krieg ziehen wollte, er war ein Pazifist.

Es gab aber keine Kriegsdienstverweigerung. Wäre er nicht in den Krieg gezogen, wäre er im Gefängnis gelandet. Deshalb mussten wir raus aus Israel.

Ein Bruder von Ihnen war in den 1930ern in die USA gegangen. Hatten Sie versucht, ebenfalls dorthin zu kommen?

Bejarano: Eben nicht, weil wir kein Geld hatten. Wenn man mit einer ganzen Familie auswandert, muss man viel Geld haben. Aber ich wurde in Deutschland geboren, bin deutschsprachig. Also kamen wir nach Deutschland. Aber ich hatte zur Bedingung gemacht, dass ich nicht in eine Stadt ziehen werde, in der ich mit meinen Eltern und meinen Geschwistern zusammen gelebt habe. Das hätte ich nicht ausgehalten.

Sie sind dann nach Hamburg gezogen. Haben Sie sich dort immer wohlgefühlt?

Bejarano: Am Anfang überhaupt nicht, es war schwer, zurückzukommen. Ich wusste ja: Deutschland ist das Land der Täter. Ich konnte mit den Menschen in der ersten Zeit absolut nicht sprechen. Ich habe mich bei jedem gefragt „Was hat der im Krieg gemacht? Vielleicht ist er der Mörder meiner Schwester oder meiner Eltern“.

Heute kann ich sagen, dass ich hier Zuhause bin. Aber ich kann nicht sagen, dass Deutschland meine Heimat ist. Heimat gibt es für mich nicht, weder in Israel noch in Deutschland.

Wie sehen Sie die aktuellen politischen Entwicklungen in Deutschland und der Welt? Gerade mit Blick auf die AfD und Populisten wie Trump?

Bejarano: Das finde ich ganz schlimm. Gerade in Deutschland dürfte es eigentlich nicht mehr sein. Man müsste aus der Vergangenheit gelernt haben, aber das ist nicht der Fall. Heute haben wir die AfD, die NPD und das sind alles rechtslastige Parteien.

Macht Ihnen diese Entwicklung Sorgen?

Bejarano: Sehr große Sorgen. Ich sehe auch Parallelen zur damaligen Zeit.

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Eingang ins KZ Auschwitz: Dort spielte Esther Bejarano im Mädchenorchester. 

Auch der Antisemitismus scheint wieder zu erstarken. Spüren Sie das auch?

Bejarano: Natürlich. Es gab zwar keine Angriffe auf mich, aber ich sehe, was alles passiert. Aber es geht nicht nur um Antisemitismus, sondern allgemein um Rassismus. Ich kann das nicht begreifen, dass manche Menschen kein Herz haben und die Flüchtlinge ins Land lassen wollen. Das war damals das gleiche.

Sie sind viel unterwegs mit der „Microphone Mafia“, aber auch, um aus Ihrer Autobiografie zu lesen. Wieso muten Sie sich das immer wieder zu, das Geschehene noch einmal zu durchleben?

Bejarano:Das mache ich. Aber ich mache das, weil es ganz wichtig ist. Es ist wichtig, dass junge Menschen wissen, was damals passiert ist. Ich bin froh, dass ich das machen kann. Viele Schüler schreiben mir und bedanken sich bei mir.

Sie machen es gern und werden es wahrscheinlich weitermachen, so lange es möglich ist?

Bejarano: So lange ich kann, so lange ich lebe.

Zur Person

Esther Bejarano ist 93 Jahre alt. Geboren wurde sie in Saarlouis als Esther Loewy, kurz darauf zog die Familie nach Saarbrücken. Der Vater war Oberkantor in verschiedenen jüdischen Gemeinden. 1941 wurde sie in einem Zwangsarbeitslager interniert, im April 1943 wurde sie nach Auschwitz deportiert. Dort überlebte sie als Mitglied des Mädchenorchesters. 

Von Auschwitz wurde sie ins KZ Ravensbrück gebracht. Auf einem der folgenden Todesmärsche konnte sie fliehen. Sie lebte in Israel, heiratete, bekam zwei Kinder und kam 1960 nach Deutschland. Sie ist ausgebildete Musikerin.

Besuch in Korbach und Vöhl

Auf Initiative des Lesebändchens Korbach ist Esther Bejarano am Donnerstag, 29. November, zu Gast bei Schülern der Alten Landesschule und der Beruflichen Schulen Korbach. Am Abend spielt sie ab 19 Uhr mit der „Microphone Mafia“ in der Synagoge Vöhl. Die Gruppe singt und rappt gegen Gewalt. Die Musik – auf Deutsch und Jiddisch – wird ergänzt durch Lesebeiträge Esther Bejaranos.

Karten für den Auftritt in Vöhl gibt es per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder unter Tel. 05635/1022 zum Preis von 16/14/12 Euro, (ermäßigt vier Euro weniger).

Programm 2019

Konzerte, Ausstellungen, Literatur, Kino - Ticketpreise steigen

Von Abendrot bis Morgentod: Das Programm der Vöhler Synagoge 2019

Machen Chansons im Swing-Stil: Die Musiker von „Moi Et Les Autres“ spielen im September in Vöhl.

Vöhl. Viel Bewährtes, manches Ausgefallene und ausnahmsweise etwas Klassik: Das musikalische Programm des Förderkreises der Vöhler Synagoge für das kommende Jahr ist bunt und abwechslungsreich. Die Veranstaltungen in der Übersicht.

 

Los geht es mit Zwockhaus am Sonntag, 27. Januar. Ab 18.30 Uhr gibt es dann in der alten Synagoge Kabarett aus Theresienstadt, Maria Thomaschke singt Kabarettlieder. Bereits ab 16 Uhr an diesem Tag gibt es eine Gedenkveranstaltung des Landkreises am Mahnmal „Auf der Schwelle zwischen Leben und Tod“.

 
 Backkaus und Ono
Der Vöhler Bariton Christian Backhaus mit Masako Ono 

Außergewöhnliche Musik mit Pferdekopfgeige, Kehlkopfgesängen und Trommeln machen Sedaa, ein persisch-mongolisches Quartett am Samstag, 2. Februar, ab 19 Uhr. Eine akustische Reise entlang der Seidenstraße, so die Veranstalter. Auf der offenen Bühne spielt am Sonntag, 10. Februar, ab 15 Uhr die Flötengruppe „Quadrofolio“. Der Eintritt dazu ist frei. Interessierte Musiker, die sich ebenfalls auf der offenen Bühne vorstellen wollen, können sich melden unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

Um die „Geschichte der jüdischen Krankenpflege in Deutschland“ geht es am Dienstag, 19. Februar, mit Ruth Piro-Klein. Der Bildvortrag beginnt um 19 Uhr. Der Vöhler Bariton Christian Backhaus steht am Samstag, 9. März, ab 19 Uhr auf der kleinen Bühne der Synagoge. Das Klassikkonzert steht unter dem Titel „Von Abendrot bis Morgentod“, am Klavier wird er begleitet von Masako Ono.

Von seinem Besuch im KZ Auschwitz berichtet Förderkreis-Vorsitzender Karl-Heinz Stadtler am Sonntag, 10. März, ab 15 Uhr. Geschichten aus dem Alten Testament in Form von Holzschnitten sind in der Ausstellung „Torah und Schofar“ ab 5. Mai zu sehen. Heinrich Groß aus der Nähe von Marburg stellt aus, Prof. Dr. Siegfried Becker führt in die Arbeiten ein.

Zum 20-jährigen Vereinsbestehen spielt am Samstag, 18. Mai, die Gruppe „Aufwind“ in der Synagoge, Beginn ist 19 Uhr. Klezmer mit einer Prise Balkan, etwas Traurigkeit und viel Humor gibt es zu hören. Erstmals gibt es auch in den Sommerferien ein kulturelles Programm.

Neben dem Projekt „Landkulturboten“ gibt es unter dem Titel „Summer Samba in der Synagoge“ ein Konzert mit Kata y Co am Samstag, 13. Juli, ab 19 Uhr. Sommerlich leicht und locker wird die Musik sein, sagt Karin Keller, Mitglied im Vorstand des Förderkreises. Tickets für den Auftritt gibt es für je 20 Euro, abweichend von den üblichen Eintrittspreisen für Konzerte.

 Quadro Nuevo
 
Die Gruppe Quadro Nuevo

Französische Chansons im Swing-Stil mit poetischen Texten macht die Gruppe „Moi Et Les Autres“ am Samstag, 7. September, am Tag des offenen Denkmals, ab 19 Uhr. Die Texte sind französisch, werden aber deutsch anmoderiert. Eine Andacht zur Pogromnacht ist am Samstag, 9. November, ab 19.30 Uhr in der Martinskirche. Die anschließende Gedenkfeier findet in der Synagoge statt.

„Flying Carpet“ heißt das Programm von Quadro Nuevo, mit dem die Gruppe am Sonntag, 10. November, ab 18 Uhr in der Synagoge auftritt. Karten gibt es für 26, 28 und 30 Euro. Das Abschlusskonzert des Jahres 2019 bestreiten wieder Paul Hoorn und Freunde, Beginn ist um 19 Uhr am Samstag, 7. Dezember.

Offene Synagoge

Für Besichtigungen ist die Synagoge regelmäßig an Sonntagen von 15 bis 16 Uhr geöffnet: 13. Januar, 14. April, 9. Juni, 7. Juli, 21. Juli, 4. August, 11. August, 18. August und 25. August sowie am 8. Dezember.

Erhöht werden ab 2019 die Ticketpreise für Konzerte um zwei Euro, kündigt Vorsitzender Karl-Heinz Stadtler an. Für 14, 16 und 18 Euro gibt es ab sofort Eintrittskarten. Bei einigen Konzerten – bei teureren Künstlern – weichen die Preise ab. Auch die Anfangszeiten der Konzerte ändern sich, künftig geht es regulär um 19 Uhr los.

Mit dem Jahr 2018 sind die Mitglieder des Förderkreises zufrieden. Insgesamt seien gut 2500 Menschen in der Synagoge gewesen, berichtet Stadtler. Vor allem auch die Führungen seien stark nachgefragt gewesen. Nicht alle Konzerte seien ausverkauft gewesen, sagt der Vorsitzende. Man spüre die Konkurrenz durch zahlreiche andere Veranstalter in der Region. Dennoch fällt seine Bilanz insgesamt positiv aus: „Das Jahr war anstrengend, aber wir sind sehr zufrieden.“

Neue Veranstaltungsreihe

Neu ist die Reihe „Facetten des Rassismus“. Beginn ist am 1. September mit der Ausstellung „Ihr Tod reißt nicht die geringste Lücke“, die in Kooperation mit dem Lebenshilfewerk und dem Bonhage-Museum gezeigt wird und sich mit Behinderten- und Krankenmorden beschäftigt. Dr. Georg Lilienthal führt ins Thema ein.

Im September wird auch der Autor Robert Domes aus „Nebel im August“ lesen, der gleichnamige Film läuft ebenfalls. Ab 6. Oktober lautet das Thema dann „Völkermord im NS“. Zu sehen ist eine Ausstellung, geplant sind außerdem ein Vortrag und ein Theaterstück. Ab 1. November geht es um Fremdenangst und -hass, eine Ausstellung von Pro Asyl wird in der Henkelhalle zu sehen sein. Veranstaltungen mit Musik und gemeinsamem Essen sind vorgesehen.

Literatur-Café, Kino, Spaziergänge

Das Literatur-Café wird 2019 fortgesetzt an den Sonntagen 24. März und 13. Oktober, je 15 Uhr. Auf dem Programm soll nicht nur „schwere Kost“ stehen, sondern auch Unterhaltsames. Gleiches gilt für das Dienstagskino, das kommendes Jahr erstmals angeboten wird.

 Synagoge
Die Synagoge in Vöhl

Angelehnt ans Programm in der Synagoge, aber auch relativ aktuelle Filme gibt es immer dienstags am 15. Januar, 12. Februar, 12. März, 16. April, 14. Mai, 11. Juni, 16. Juli, 13. August, 10. September, 15. Oktober, 12. November und 10. Dezember zu sehen. Beginn ist jeweils 19 Uhr, Spenden sind gern gesehen. Für Snacks und Getränke wird gesorgt.

Auch Spaziergänge „Auf den Spuren Vöhler Juden“ werden wieder geboten: Am Sonntag, 12. Mai, 15 Uhr, und Sonntag, 28. Juli, 15 Uhr.

Förderkreis wird 20 Jahre alt

Seinen 20. Geburtstag feiert der Förderkreis der Synagoge im Jahr 2019. Von Freitag, 17., bis Sonntag, 19. Mai, gibt es zum runden Geburtstag Musik, einen jüdischen Gottesdienst und eine Ausstellung. Eingeladen werden zum Festwochenende auch Nachfahren ehemaliger Vöhler Juden, berichtet Karl-Heinz Stadtler.

Das Geburtstagskonzert gestaltet „Aufwind“ am Samstag, 18. Mai. Die Gruppe ist seit Gründung des Vereins immer wieder zu Gast in der Synagoge.

Weitere Infos

zur Synagoge und den Veranstaltungen gibt es

hier

. Tickets gibt es bei Anna Evers unter Tel. 05635 / 1022 und über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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